Funkausstellung

Mit „Plantui“ kann man nun in der Wohnung gärtnern

Man braucht keine Grünfläche, um aromatische Kräuter oder frischen Salat für den Hausgebrauch anzubauen.

Die „GreenBox“ ist eine Berliner Erfindung, sie kommt aber voraussichtlich 2020 auf den Markt.

Die „GreenBox“ ist eine Berliner Erfindung, sie kommt aber voraussichtlich 2020 auf den Markt.

Foto: Antea Obinja 

Berlin. Frischer Salat, aromatische Kräuter oder knackiges Gemüse – „bio“ soll es am besten auch sein und am liebsten aus dem eigenen Garten – das wünschen sich auch viele Großstädter. Um diesem Trend zu bewusster und gesunder Ernährung zu begegnen, entwickeln auch Tech-Firmen und Start-Ups neue Ideen, wie sich der Garten in die Wohnung holen lässt. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) stellen sich in diesem Jahr gleich mehrere dieser Firmen vor.

„Unsere Idee ist es, allen Menschen, auch denen in der Stadt, einen eigenen kleinen Garten zu ermöglichen, eine Möglichkeit, frische Kräuter, Salate und bestimmtes Gemüse, wie Tomaten, zu ziehen, und das das ganze Jahr lang“, erklärt Iiris Kuusisto von „Plantui“. Die finnische Firma gibt es seit 2014. „Wir haben wenig Licht in Finnland, so haben wir uns zu richtigen Experten entwickelt, was optimale Lichtnutzung angeht“, sagt Kuusisto.

Konzept von „Plantui“ ist simpel

Das Konzept und Design des futuristischen anmutenden „Smart Garden“ ist simpel: Im unteren Teil werden die Kapseln mit den Samen in eine Halterung über dem Wassertank platziert, in der oberen Hälfte sind die LEDs untergebracht. Die roten, grünen und blauen LED fördern das Wachstum der Pflanzen optimal, sagt Kuusisto. Je nach Wachstum der Pflanzen muss die Höhe der Lampen variiert werden, an der Höhe erkenne das Gerät dann auch das Wachstumsstadium der Pflanzen und passe die Licht- und Wasserversorgung dementsprechend an.

„Unser Ziel war es, „Plantui“ so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten“, fährt die Produktentwicklerin fort. Hat man zu Beginn alles korrekt eingestellt, dann arbeite das Gerät von alleine, man brauche auch keine App zur Steuerung. Erde ist bei diesem Gerät unnötig, lediglich Wasser, Nährstoffe und Licht brauchen die Pflanzen zu ihrer Entwicklung. Je nach verwendeten Samen können man schon nach wenigen Wochen ernten, so Kuusisto.

„Plantui“ bietet zwei verschieden große „Gärten“ an

Zur Zeit bietet „Plantui“ zwei verschieden große „Gärten“ ab rund 150 Euro, und 47 verschiedene Samen an, darunter Kräuter wie Basilikum und Thymian, aber auch Salate, sowie Tomaten und Chilis. Produziert werden die „Smart Gardens“ laut „Plantui“ in Finnland und Lettland.

Neben „Plantui“ stellt sich auch das Berliner Start-Up „BerlinGreen“ mit ihrer „GreenBox“ auf der IFA vor. Das junge Unternehmen ist vor einem Jahr aus dem Start-Up Incubator der Technischen Universität (TU) Berlin hervorgegangen. Neben der Nutzung in der Küche geht es den Entwicklern auch um die Begrünung von Büros und öffentlichen Räumen, sagt Daniel Hollos, Entwickler bei „BerlinGreen“, die Nachfrage sei bereits enorm.

Das Funktionsprinzip ist ähnlich wie bei der finnischen Firma „Plantui“, auch wenn die „GreenBox“ über eine App überwacht wird, die dem Nutzer erlaubt, Informationen über den Wasserstand, die Beleuchtung und das Pflanzenwachstum abzufragen. „Die Samen werden, bereits zusammen mit den Nährstoffen, in die Box eingebracht, während die Versorgung mit Licht durch die LED im oberen Teil und den Seiten gewährleistet wird“, erklärt Hollos, der Wassertank ermögliche das Speichern von bis zu drei Litern Wasser, so müsse man nur alle zwei Wochen neue Flüssigkeit nachfüllen.

Noch aber ist die „GreenBox“ nicht auf dem Markt zu haben. Obwohl sie bereits Investoren gefunden haben, sei Anfang 2020 ein Crowdfunding geplant, um das erste Produktionsbatch zu finanzieren, sagt Hollos.

Ifa ist noch bis Mittwoch geöffnet

Noch bis zum Mittwoch, dem 11. September, können Besucher sich auf der IFA über die neuesten Trends und Ideen in der Unterhaltungselektronik informieren. Die IFA läuft noch bis zum 11. September in den Messehallen unter dem Funkturm. Sie ist täglich von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarten kosten im Online-Vorverkauf 13 Euro und an der Tageskasse 17,50 Euro. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen, da die Stellplätze vor Ort begrenzt sind. Ansonsten fährt auch ein Shuttlebus vom Parkplatz am Olympiastadion. Weitere Informationen unter www.ifa-berlin.de.