Ifa

Was die Berliner Funkausstellung Familien bietet

Morgenpost Online hat Familie Schaaf aus Spandau zur Ifa begleitet: Ein Sonntagsspaziergang zwischen 3-D-Fernsehern und Luxusstaubsaugern.

Foto: Glanze

+++09:47+++ Einen Parkplatz auf Anhieb in der Nähe des Messegeländes zu finden, ist während der Internationalen Funkausstellung (Ifa) fast wie ein Sechser im Lotto. Glückstag für Familie Schaaf aus Spandau. Der Messebesuch startet ohne große Suche nach einem Parkplatz. Der Familienausflug auf die Ifa kann beginnen. „Wir besuchen die Ifa nicht jedes Jahr“, sagt Vater Ralf. „Diesen Besuch haben wir nicht geplant. Wir haben spontan beschlossen, am Sonntag gemeinsam etwas zu unternehmen.“

+++10:03+++ Es vergehen nur wenige Minuten vor den Kassen, bis die Familie aus Spandau ihr Familienticket in den Händen hält. „31 Euro haben wir bezahlt“, sagt Gabriele Schaaf. „Hätten wir für jeden eine Eintrittskarte gekauft, hätte das mehr als 50 Euro gekostet.“ Gemeinsam mit den beiden Söhnen Marcel (17) und Florian (12) beginnen sie den Rundgang auf der Messe. Bestimmte Ziele und Vorstellungen haben sie nicht. „Einfach mal schauen“, lautet das Motto für den Familiensonntag.

+++10:07+++ Wie geht’s weiter? Wo geht’s lang? Direkt hinter dem Eingang beraten sie, wie sie den Messebesuch gestalten. Nach Produkten suchen oder einfach Halle für Halle durchqueren. Marcel schlägt den Rundgang durch die Hallen vor. Gesagt, getan und nur wenig später bleibt die Familie in Halle 20 vor dem weltgrößten LED-Fernseher „hängen“. Der Vater und die Söhne fachsimpeln. „Wir haben uns erst vor einem Jahr einen 3-D-Fernseher angeschafft“, sagt Ralf Schaaf. „Aber die Technik entwickelt sich so schnell, dass der schon wieder veraltet ist.“ Seine Frau verrät, dass sie auch mit einem alten Fernseher zufrieden ist.

+++10:23+++ Die vier Spandauer haben in den Hallen für kurze Zeit die Orientierung verloren. Raus aus der Halle, den Plan aufklappen und den Weg suchen. „Die Messe ist ziemlich unübersichtlich“, sagen sie.

+++10:30+++ Zwei leere rote Sessel, ein Fernseher der neuesten Generation und eine Spielekonsole. Marcel und Bruder Florian sitzen wenig später vor dem Gerät und spielen. „Ich möchte auch einen 3-D-Fernseher in meinem Zimmer“, sagt Florian. Von dem 3-D-Videobeamer, den sie sich kurz darauf ansehen, ist er hingegen nicht überzeugt. „Das Bild ist irgendwie nicht scharf genug.“

+++11:00+++ Vor einer der Hallen macht die Familie eine kurze Pause. Im Gespräch verraten sie, dass sie neun Fernseher haben. Der 17-jährige Marcel hat gerade eine Lehre als Einzelhandelskaufmann begonnen und ist in Sachen Technik immer auf dem neuesten Stand. „Das meiste Geld gebe ich für neue Handys aus“, sagt er. „Ich interessiere mich aber auch für andere neue Produkte und lese viel über neue Fernseher, Tablet-PCs und Computerspiele.“

+++11:44+++ „Langsam“, ruft Marcel seinem Vater und dem Bruder hinterher. „Mama schaut sich gerade Staubsauger an.“ Die 44-Jährige ist an einem Stand für Staubsauger stehen geblieben und wohnt einer Präsentation bei. „So einen High-Tech-Sauger hätte ich schon gerne“, sagt sie. „Wir haben in unserem Haus sieben Katzen, da muss der Staubsauger ganze Arbeit leisten.“ Die Familie lebt in einem eigenen Haus mit Garten und hat vor Jahren ihre Leidenschaft für Katzen entdeckt.

+++11:55+++ Während die Söhne Mobiltelefone ausprobieren, verrät Vater Ralf, dass er trotz aller Technikbegeisterung ein „Handymuffel“ sei. „Bei mir liegt das Ding meistens mit leerem Akku in der Ecke rum“, sagt er. „Dafür kann ich mich nicht begeistern.“

+++12:27+++ Obwohl die neue Waschmaschine erst ein paar Monate alt ist, nimmt Gabriele Schaaf ein neues Model unter die Lupe. „Bei vier Personen ist die Waschmaschine täglich am Laufen“, sagt sie. „Volumen, Dauer der Programme und Energieverbrauch waren die Kriterien für die Neuanschaffung.“

+++12:35+++ Vorbei geht es an Massagesesseln, Luxus- und Weinkühlschränken sowie Herden und Küchengeräten. Marcel unterhält sich mit einem Fachberater über vernetzte Haushaltsgeräte vom Kühlschrank über den Fernseher bis hin zur Heizung, die per Smartphone gesteuert werden können.

+++13:00+++ Marcel entdeckt den Stand eines amerikanischen Gitarrenherstellers und beginnt zu spielen. „Gitarre spielen ist mein Hobby“, sagt er. „Zu Hause habe ich eine Akustik- und eine Elektrogitarre.“ Er nimmt an einem Gewinnspiel der Firma teil und hofft, eine Gitarre zu gewinnen.

+++13:26+++ „Wir setzen uns in den Sommergarten und trinken etwas“, sagt Vater Ralf. Bei einem kalten Getränk sprechen sie über die Ifa und was sich jeder einzelne wünscht. Florian entscheidet sich für einen 3-D-Fernseher, die Mutter für einen Luxusstaubsauger und einen neuen Herd und Marcel für eine E-Gitarre und einen Verstärker. „Und ich wünsche mir ausreichend Kraft und Energie für die ganzen Überstunden die ich machen muss, um das zu bezahlen“, sagt der Vater.

+++14:05+++ Geplant war der Messebesuch bis 14 Uhr, da liest Marcel auf dem Gewinncoupon des Gitarrenbauers, dass die Verlosung um 15 Uhr ist. „So lange können wir doch noch warten“, sagt er. Die anderen sind einverstanden.

+++14:38+++ Die Spandauer schlendern durch die Hallen. „Früher gab es richtige sichtbare Neuheiten, wie zum Beispiel den Walkman. Oder damals, als die Disketten auf den Markt kamen“, sagt Ralf Schaaf. „Das ist jetzt nicht mehr so.“

+++15:05+++ Ohne Gitarre geht es zurück zum Auto. Das Programm nach der Ifa: Pflaumenkuchen im Garten und das Bundesligaspiel Bayern gegen Stuttgart schauen. Auf einem der neun Fernseher.