Produktpiraterie

Zollfahnder durchkämmen Elektronikmesse IFA

Die International Funkausstellung hat am Freitag eröffnet. Neben zahlreichen Besuchern waren auch Zollfahnder auf dem Berliner Messegelände. Auf der Suche nach Produktpiraten beschlagnahmten die Beamten Prospekte sowie Elektrogeräte und schlossen sogar einen Stand. Es gab mehr als ein Dutzend Strafanzeigen.

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Zollfahnder haben im Einsatz gegen Produktpiraten am Freitag mehrere Stunden lang die Elektronikmesse Ifa durchkämmt. Die Beamten beschlagnahmten am ersten Messetag mehrere Kisten mit Prospekten sowie Elektrogeräte. Der Berliner Zoll geht 17 Strafanzeigen nach. Vor allem asiatische Elektronikhersteller seien angezeigt worden, weil sie die Audio- und Videokomprimierungstechnik Mpeg ohne Lizenz des Entwicklers in ihre Geräte verbaut hätten, sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamts. Es könne deswegen im Laufe des Abends zu Schließungen von Ständen kommen. Insgesamt hätten am Freitag knapp 50 Zollbeamte und Polizisten Stände auf dem Messegelände durchsucht.

Unabhängig davon wurde am Vormittag der Stand eines Herstellers geschlossen, der Ventilatoren des britischen Herstellers Dyson nachgeahmt haben soll. „Wir haben gegen diesen Aussteller eine einstweilige Verfügung erwirkt“, sagte Dyson-Chef Martin McCourt. Die Messe bestätigte, dass ein Stand geschlossen wurde. Insgesamt gebe es aber weniger Probleme mit Produktpiraten als in früheren Jahren, sagte eine Sprecherin.

Vor drei Jahren hatte der Zoll 69 Stände durchsucht und Strafverfahren wegen fehlender Lizenzen eingeleitet. Die Beamten beschlagnahmten damals fünf Lastwagen-Ladungen voller Elektrogeräte, darunter Fernseher, MP3-Player und Autoradios.

Dyson-Chef McCourt forderte ein härteres Vorgehen der chinesischen Regierung. „Wir brauchen hohe Geldstrafen, vielleicht müssen auch Direktoren ins Gefängnis gehen.“ Der rotorenlose Ventilator seines Unternehmens werde immer häufiger kopiert. „Chinesische Hersteller überfluten den europäischen Markt mit Plagiaten davon.“