Messe

Grüne Woche - Neuer Auftritt für Brandenburg

Brandenburg präsentiert sich auf der Grünen Woche mit einem neuem Stand. Auch Senf- und Sanddornproduzenten sind dabei.

So soll er aussehen, der neue Messestand bei der Grünen Woche. Er hat mehr als eine Millionen Euro gekostet.

So soll er aussehen, der neue Messestand bei der Grünen Woche. Er hat mehr als eine Millionen Euro gekostet.

Foto: Picture-Alliance / Thilo Rückeis TSP

Berlin/Potsdam. Vier Jahre hat es von der ersten Idee über die Planung bis zur konkreten Umsetzung gedauert: Nun präsentiert sich die Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche in neuem Design. Mit 1,1 Millionen Euro schlägt die Gestaltung zu Buche. Ob die schnörkellos-kompakte Optik mit hellbraunen Farbtönen als Reminiszenz an den märkischen Wald und die deutlich geschrumpfte Showbühne bei den Besuchern ankommen wird, soll sich zwischen dem 17. und 26. Januar zeigen.

Immerhin sei diese moderne Ausstattung auf die kommenden fünf Messejahre ausgelegt, erklärt Landwirtschaftminister Axel Vogel (Grüne). Brandenburgs Landesbauernpräsident Henrik Wendorff hält den eher kühl wirkenden Look zumindest für „gewöhnungsbedürftig“, vermisst schmerzlich das zuvor die Halle umspannende Diorama mit märkischen Motiven. Es sei allerdings auch an Traditionellem festgehalten worden, verweist Vogel auf das beliebte, vom Verband zur Förderung des ländlichen Raums „pro agro“ organisierte Gläserne Kochstudio.

Aussteller zeigen Können am Herd

36 Restaurants und Landgasthöfe, Ernährungshandwerker wie Senf- oder Sanddornproduzenten und Kooperationspartner aus der Ernährungsbranche, beispielsweise die Brandenburger Bierbrauer, stellen hier an allen zehn Messetagen ihr Können an Topf und Pfanne unter Beweis und laden zu Kosthäppchen ein.

Während zum Auftakt die Landeshauptstadt Potsdam, vertreten durch die Braumanufaktur Templin und die Tenne Neu Fahrland, Kulinarisches bereitet, bringen die Strohdehner Fischerei Schröder (21. Januar), der Neuruppiner Fleischsommelier Justin Hosseini (22. Januar) oder das Landhaus Alte Schmiede aus Niemegk und die Turmklause Luckenwalde (beide 24. Januar) regionale Kost auf den Probierteller.

Holzschmuckmacher stellen bei Messe in Berlin aus

Beibehalten wurde in der Brandenburg-Halle die Aktionsfläche, auf der zahlreiche Handwerker aus dem ländlichen Raum – vom Storkower Imker über eine Ragower Glasperlenkünstlerin bis zum Hennigsdorfer Holzschmuckmacher – Einblicke in ihre Arbeit geben. 25 Gemeinschaftsstände werden zudem mit täglich wechselnden Anbietern wie Tourismusverbänden, Kommunen, Landkreisen, berufsständischen Vereinen und Verbänden sowie Brandenburgs 15 Nationalen Naturlandschaften besetzt sein. „Wir wollen, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die sonst nicht auf solch einer Messe vertreten wären, eine Chance haben sich zu präsentieren“, unterstreicht Vogel.

Ihr Tun transparent machen wollen auch die 70 Aussteller aus dem ländlichen Tourismus, der Land- und Ernährungswirtschaft, dem Gartenbau, dem Fischereiwesen sowie dem Handwerk. Ob Bio, Slow Food oder konventionell – vor allem die Vielfalt und Kreativität der Branche solle sich widerspiegeln, sagt der Landwirtschaftsminister. Sein Wunsch, Aussteller aus allen Landesteilen vor Ort zu haben, erfüllt sich nicht ganz. Produzenten aus Brandenburg an der Havel und Märkisch-Oderland haben in diesem Jahr auf einen Messeauftritt verzichtet. Landesbauernpräsident Wendorff, selbst Bio-Landwirt aus dem Kreis Märkisch-Oderland, kann nur spekulieren: „Vielleicht setzen die Betriebe auf andere Marketingkonzepte. Offenbar müssen wir Neulinge, denen der Messeauftritt fremd ist, künftig stärker an die Hand nehmen“, spricht er von den Chancen, die eine Präsentation bietet.

Produzenten zeigen „Made in Potsdam“

Über mangelndes Interesse kann sich der Chef der Potsdamer Wirtschaftsförderung, Stefan Frerichs, indes nicht beklagen: Unter den 18 Ausstellern aus der Landeshauptstadt, von denen elf aktiv an der Messe teilnehmen, stehen auch drei neue für „made in Potsdam“. Nicole Ehlers, die in Potsdam in ihrem Café „Krümelfee“ Selbstgebackenes zum Naschen verkauft, der Familienbetrieb Aideon mit seinem Angebot an veganer Naturkosmetik und das Start-up Kumema, das auf einen gesunden Saftmix aus verschiedenem Obst und Gemüse setzt, sind erstmals bei der Grünen Woche mit dabei. „Dass Kumema seinen Biofunktionsdrink vorstellt, freut mich besonders“, sagt Frerichs. Seine Wirtschaftsförderung habe die Jungunternehmer von Anfang an begleitet.

Nachhaltigkeit und Bio sind aber nicht nur ein Trendthema in Potsdam. Die konkrete Zahl der Brandenburger Bio-Produzenten auf der Messe kann Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), zwar nicht benennen. „Aber ihre Zahl wächst deutlich.“ Am Gemeinschaftsstand der FÖL lasse sich das ablesen: Neben Traditionsfirmen stehen auch Newcomer am Start. Die erst im Januar 2019 gegründete Bio-Molkerei Luisenhof in Velten, die Milchprodukte von Kuh, Schaf und Ziege erzeugt, lässt unter anderem ihren „Jungen Hirten“, einen frischen Pecorino aus Schafsmilch, verkosten.