Potsdam

Brandenburg zeigt sich auf der Grünen Woche

Das Land präsentiert sich mit über hundert kulinarischen Anbietern auf der Agrarmesse.

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Potsdam.  Auf der Grünen Woche sind 2019 viele kulinarische Höhepunkte aus der Region zu sehen. Zwischen dem 18. und 27. Januar 2019 werden sich 150 Anbieter aus Brandenburg mit 1700 Akteuren an 79 Ausstellerständen präsentieren. Besucher können im kommenden Jahr in der Halle 21A auf dem Messegelände unterm Funkturm auf Erlebnisreise durch das Angebot der Agraranbieter aus der Region gehen. Mit dabei sind Klassiker wie die Spargelhöfe Jakobs (Beelitz) und Buschmann & Winkelmann (Klaistow). Insgesamt werden neun Spargelhöfe vertreten sein.

Bedeutung regionaler Produkte ist gewachsen

Aber auch viele neue und weniger bekannte Produzenten werden sich und ihre Produkte vorstellen. Dazu gehört die Himmelpforter Chocolaterie aus der Uckermark, die gerade erst ihren Standort in Hammelspring aufgibt und ab Januar ausschließlich mit ihrer Show-Küche in Himmelpfort bei Fürstenberg (Havel) vertreten ist. Ebenfalls ist die Mühle Steinmeyer aus Luckenwalde auf der Messe vertreten. Dort wird seit mehr als 80 Jahren Getreide gemahlen. Die Großeltern der heutigen Inhaberin Karin Steinmeyer – Marie und Georg Steinmeyer – kauften 1932 die Mühle. Seitdem befindet sie sich in Familienbesitz. Müllermeisterin Karin Steinmeyer erklärt auf der Grünen Woche den Besuchern alles Wissenswerte über das Müller-Handwerk, dazu gibt es frische Produkte aus der Mühle. Außerdem präsentieren sich zahlreiche Imker, Bäcker, Fleischer und Mostereien aus der Region auf der weltgrößten Agrarmesse. Mit dabei ist auch Fischer Schneider, der in fünfter Generation in Brieskow-Finkenheerd die Familientradition hochhält.

Auch zwei Großereignisse des kommenden Jahres werden sich auf der Grünen Woche vorstellen: Die Landesgartenschau in Wittstock und „Fontane.200“. Die Landesgartenschau in Wittstock an der Dosse öffnet am 18. April und präsentiert die Gärten und die neu gestaltete Landschaft bis zum 6. Oktober mit zahlreichen Veranstaltungen. Ganz Brandenburg wird im kommenden Jahr den 200. Geburtstag des Landes- und Heimatdichters Theodor Fontane feiern. Wie kein zweiter prägte Fontane das Bild der Mark und der Märker – vor allem mit seinen Wanderungen durch Brandenburg. Im Zentrum wird dabei Neuruppin stehen, wo Fontane geboren wurde und seine berufliche Karriere zunächst als Apotheker begann. Aber auch bisher eher unbekannte Seiten des Schriftstellers werden beleuchtet, darunter seine 40 Jahre währende Zeit als Journalist und Kriegsberichterstatter und die Arbeitsweise des Vielschreibers.

Im Mittelpunkt der Grünen Woche werden aber auch im kommenden Jahr die regionalen Produkte aus der Mark stehen. Die Bedeutung kleiner, regionaler Anbieter ist in den vergangenen Jahren ständig gewachsen. In den Supermärkten nehmen sie inzwischen einen Anteil von bis zu 15 Prozent ein. Kunden wollen zunehmend wissen, wo genau Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden.

Das hat auch das Land Brandenburg als große Chance für die eigenen Anbieter erkannt. Insgesamt neun Milliarden Euro setzt die Lebensmittelindustrie des Landes um, 58.000 Menschen arbeiten in der Branche. Aber auch sie leidet unter Nachwuchsmangel. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge in der Landwirtschaft sinkt kontinuierlich. Im vergangenen Jahr entschlossen sich nur 360 Brandenburger dazu, eine landwirtschaftliche Ausbildung anzufangen. Davon sind Christian Behrendt und seine Familie bislang verschont geblieben. Behrendt führt in siebter Generation die Kanow-Mühle Sagritz in Golßen. Auch er stellt ein wachsendes Interesse an regionalen Produkten fest. Im eigenen Hofladen können Kunden ihre Flaschen neu befüllen lassen. Vor allem Leinöl wird in der alten Mühle hergestellt, aber auch Nuss- und Sonnenblumenöl presst der Müller, insgesamt umfasst das Sortiment inzwischen 17 Sorten.

Kaum ein Jugendlicher will noch in die Landwirtschaft

Hoch her gehen wird es in der Brandenburghalle im offenen Kochstudio. Die ganze Woche über präsentieren Köche aus der Region ihre Spezialitäten. Bertrix Paegelow vom „Hof Kokurin“ in Nordwestuckermark beginnt am 19. Januar um zehn Uhr mit Rehmedaillons mit Speckbirne auf einem Kartoffel-Zwiebelpüree. Karsta Semler aus der „Karlotte“ in Potsdam beschließt den Kochmarathon am Sonntag, den 27. Januar, ab 13 Uhr mit einem veganen Rote-Bete-Bratling mit Sonnenblumenkern-Hafer-Reis und Feldsalat mit Möhrenvinaigrette. Aber es geht auch rustikaler: Jörg Peter Semler vom „Fliegerheim Borkheide“ tischt Wildknackwurst Fläminger Art auf, Daniel Reuner vom „Flair Hotel Reuner“ in Zossen Zossener Rösti mit Quark und Christina Klein vom „Thomashof“ in Zehdenick Buletten vom Bergsdorfer Wiesenrind.