Italiener in Berlin

Diese italienischen Restaurants in Berlin sind richtig gut

Unsere Reporter sind in den Berliner Restaurants unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

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La Pecora Nera in Neukölln: Me­di­ter­ra­nes Feeling und ve­ne­zia­ni­sche Küche

Der Herrfurthplatz nahe dem Tempelhofer Feld hat bei gutem Wetter und warmen Temperaturen den Charme eines mediterranen Dorfplatzes. Vor vielen kleinen Cafés, Bars, Eisläden und Lokalen stehen Tische auf dem Bürgersteig. Radler passieren auf einer beliebten Ost-West-Verbindung den Vorplatz der Kirche der Genezareth-Gemeinde.

An der Ecke Herrfurthstraße liegt das "La Pecora Nera", eine gemütliche, kleine Osteria mit venezianisch inspirierter Küche. Der kleine Schankraum innen beherbergt ein Sammelsurium von Fotos und Krimskrams, man sitzt gemütlich und eng, den Raumklang bestimmen Küchengeräusche und die Kaffeemaschine. Das italienische Team des 'Schwarzen Schafs' setzt auf eine kleine Karte, die überwiegend Hausmannskost der norditalienischen Region Venetien vorhält. Versprochen wird, möglichst viele aus dem Veneto stammende Produkte zu verwenden.

Derzeit freuen sich die Gäste über eine Spritz Happy Hour. Zwischen 18 und 20 Uhr kostet der herbsüße Sommerdrink nur 2,50 Euro. Auf der festen Karte steht als Antipasti eine Käse-Wurst-Auswahl, dazu kommt eine Vorspeise von der Tageskarte. Von der bestellten wir einen butterzart gegrillten Oktopus mit feiner Bohnenpaste, 12,50 Euro. Ein Muss sind die norditalienischen Bigoli-Nudeln mit Entenragout, 10,90 Euro, zu denen das feinkrumige, hausgebackene Brot passte, ebenso ein Rosso Costiera, 3,50 Euro das Glas, zwar als 0,1 in der Karte, aber gut eingeschenkt. Bestandteil der Karte ist die perfekt gebratene Polenta, die es in mehreren Varianten, von vegan über vegetarisch bis fleischhaltig gibt. In unserem Falle eine Salsiccia aus Vicenza, deren Würze vom Asiago-Käse auf der Polenta und feinen Bohnen ergänzt wurde, 11,90 Euro.

Besucht im September 2017

Herrfurthplatz, Neukölln, Tel. 68 83 26 76, Di. - So. ab 18 Uhr, www.pecoraberlin.de

Salumeria da Nino in Schöneberg: Preiswerte italienische Küche in familiärer Atmosphäre

Seit mehr als 20 Jahren bietet Familie Triscari aus Sizilien preiswerte Salumeriaküche und familiäre Atmosphäre. Fast drei Viertel der Gäste scheinen Stammgäste zu sein, die südländisch überschwänglich begrüßt und verabschiedet werden. Die etwa 35 Innen- und 20 Bürgersteig-Terrassenplätze sind um die Mittagszeit so gut wie alle besetzt. Vor dem Platznehmen begutachten die meisten Gäste zuerst die Vitrine. In der präsentieren Maria Triscari und Ehemann Nino das täglich frisch zubereitete Angebot an Antipasti und Tagesgerichten. Dazu gehört immer reichlich Gemüse wie gegrillte Zucchini, köstliche dünne, panierte Auberginenscheiben, mit Spinat gefüllte Riesenchampignons, Schalotten in Balsamico oder Blumenkohl-Frikadellen.

Oben auf der Vitrine stehen die drei, vier Hauptspeisen. Zu diesen Segundi zählten beim Besuch Schwertfischmedaillons, würziges Osso Bucco und köstliche kleine Kalbsschnitzel mit Mozzarella überbacken. Dazu wählt man zwei kleine Beilagen, um zehn Euro . Sehr beliebt sind die ausgezeichneten Nudelgerichte, von einer cremigen Lasagne über wunderbare Tagliolini al Pomodoro bis zu Rigatoni al Ragout, um sechs Euro .

Zu Tisch gebracht werden die Spezereien von den Söhnen Carmelo und Salvatore. Zum Start steht krachkrustiges Pane auf dem Tisch, auf Nachfrage kommt subito blumiges Extra Vergine aus Sizilien. Zu trinken gibt es neben Agua und Softdrinks eine kleine Auswahl an ausgesuchten Weinen, darunter ein süffiger Primitivo, der für 0,1 l mit drei Euro bepreist ist. Die Flasche kann für neun Euro mit nach Hause genommen werden. Dazu passt das würzige Salzgebäck Taralli aus Apulien, mit Fenchelsamen, 3,95 Euro das Pfund.

Besucht im April 2017

Geisbergstraße 14, Schöneberg, Tel. 213 48 41, Mo. - Fr. 9 - 19, Sbd. 9 - 16 Uhr, www.salumeriadanino.com

La Tavernetta in Spandau: Nachbarschaftsitaliener am Spektesee

Jak Bezhi hat viel erlebt in seiner Laufbahn. 1981 kam er aus dem Kosovo nach Deutschland, hat früh als Kellner gearbeitet, bis er ein eigenes Lokal in der Feurigstraße besaß. 2003 eröffnete er "La Tavernetta", ein Ausflugslokal am Spandauer Spektesee. Fünf Jahre später brannte das Lokal ab. Vermutlich von einem brandstiftenden Sohn und dessen Mutter angezündet. Bezhi hatte im Lokal übernachtet und entkam den Flammen im letzten Moment. Ein Jahr lang hat er es mit Familie und Freunden wiederaufgebaut.

Nun steht er stolz im 35-Sitzplätze- Schankraum. "Sogar mit Kamin", sagt er, aber den braucht er erst mal länger nicht. Ohnehin lebt er vom Sommergeschäft. 120 Terrassensitzplätze, den ganzen Tag rundum Sonne, wenn sie denn scheint. Die meisten Gäste scheinen Stammgäste zu sein, hier wird man schnell geduzt, und ein Schnaps aufs Haus gehört zur Rechnung wie das selbstgebackene Brot mit Olivenöl zur Begrüßung.

Dazwischen bietet die Karte die gängigen Klassiker süditalienischer Küche, ein gutes Dutzend Pastagerichte, schön pikant die Penne Arrabbiata, 6,90 Euro, Spaghetti Comte Nero, gut mit Rindfleisch und Champignons bestückt, 8,90 Euro. Die Pizzas sind nicht riesig, aber schön kross und knusprig, um sieben Euro. Mittwoch ist Pasta-Tag im "La Tavernetta", Donnerstag Pizza-Tag. Dann kosten alle Sorten 6,50 Euro. Die Kalbsleber war eher Kosovo-Stil, kleingeschnetzelt, mit Tagesbeilage und Salat, nicht umwerfend, aber für 12,90 Euro gut portioniert und reell gepreist.

Dazu gesellen sich Wochengerichte von Schnitzel mit Pfifferlingen bis Lachssteak zu moderaten Preisen. Und natürlich gibt es dem Ort entsprechend eine üppige Eiskarte. Auf die ist Jak Bezhi besonders stolz, denn die Fruchtsoßen kocht er selbst ein.

Besucht im April 2017

Spekteweg 66, Spandau, Tel. 37 15 12 75, täglich 11 - 22 Uhr

Mine & Wine in Charlottenburg: Hier wird die italienische Küche zelebriert

Braucht es tatsächlich einen Russen, der den Italienern in Berlin zeigt, wie die Cucina italiana zelebriert werden kann? Ja. Nicht, dass es keine Top-Läden gäbe. Aber das neu eröffnete Mine & Wine, Restaurant und Weinbar gleichermaßen, ist schlicht eine Bereicherung der Berliner Gastroszene.

Die Einrichtung Shabby-Chic mit mosaikähnlichem Steinboden, weiß getünchten Backsteinen, vermeintlich alten, wie nicht fertig restaurierten Deckenplatten, Empfangscounter und einsehbarer Küche. Der Russe, das sind eigentlich zwei: Vater Aram Mnatsakanov, ein erfolgreicher TV-Koch, und sein Sohn Mikhail, der in Paris sein Handwerk gelernt hat. Ein Tisch mit zwei großen Champagnerkühlern verdeutlicht, dass es hier edler zugeht. Auch das Glas offener Wein ab 6 Euro für 0,1 Liter bestätigt das.

Doch der Maßstab ist das Wort Preis-Leistungs-Verhältnis. "Was für ein schöner Teller" attestieren die Herren am Nebentisch ihrem ersten Gang. Bilderbuchhaft inszeniert, kein Chi-Chi, sondern eine Komposition, die die Produkte sprechen lässt. Das gilt auch für den Brotkorb mit Sauerteigbrot und Mascarpone-Gorgonzola-Crème. Ceviche aus roten Garnelen mit Ingwer-Eis, glasierte sizilianische Auberginen mit Burrata und süß-säuerlicher Tomatenmarmelade, Lammschulter mit gebratenem Blumenkohl und Rib-Eye-Steak mit toskanischen Kartoffeln für zwei Personen zeigen die Handschrift des Kochs. Doch es kann eben auch Pasta sein (14 - 18 Euro) oder, wie in unserem Fall, Tagliatelle mit Kaninchen mit unglaublich zartem Fleisch, bissperfekten Bandnudeln und einer feinaromatischen Soße. Angerichtet in einem großen blauen Teller mag man in italienischen Landhaus- Erinnerungen schweben.

Besucht im März 2017

Mine & Wine, Meinekestr. 10, Charlottenburg, Di. - Sbd. 17.30 - 24 Uhr, Tel. 88 92 63 63, www.minerestaurant.de

Prometeo in Kreuzberg: Hier schmeckt die Pizza wie in ihrer Geburtsstätte Neapel

Man darf Neapel bis in alle Ewigkeit dankbar sein. Schließlich gilt die süditalienische Stadt als Geburtsstätte der Pizza. Der in seiner Grundform mit Tomatensauce und Mozzarella belegte Hefeteig ist vielerorts in Berlin zu bekommen. Aber wer kann sich schon "authentische neapolitanische Pizza" auf die Fahne schreiben? Das Prometeo kann und tut es.

Vor einem Jahr an der Goebenstraße eröffnet, sind nun Reisen nach Neapel hinfällig geworden. Das Pracht- und Herzstück ist der eigens gebaute, mit Holz befeuerte Ofen aus Ziegelsteinen aus Vulkanasche vom Vesuv. Überhaupt ist der Eckladen gelungen. Die ausklappbaren und damit nach Gästezahl variablen Holztische mit verschiedenen Stühlen sind locker gestellt und bieten größtenteils einen Blick auf den Ofen und die werkelnden Pizzabäcker.

Klar, dass Pizzen die Karte dominieren, gut zwei Dutzend von der Marinara bis zur Parma Rucola & Bufala (5,50 - 12,50 Euro) sowie acht Vorspeisen mit Klassikern à la Bruschetta und Ungewöhnlicherem wie La Montanara - Tomatensauce, Mozzarella, Basilikum - sind in der Karte und auf den zahlreichen Tafeln zu finden. Womit wir bei einem der Genüsse sind: der Tomatensauce. Der hausgemachte Sugo bringt das Beste der Tomate zutage.

Der Teig ist elastisch, minimal salzig und am höheren Rand stellenweise leicht angebrannt. Beim Caprese-Einstieg fällt der etwas festere, ein wenig zu kühle Mozzarella auf und mit dem Hauswein, beim Roten ein Nero d'Avola, ist man längst gefühlsmäßig in Italien angekommen. Charmant, herzlich und heiter, ab und an aber ein Hauch zerstreut, wirbelt der italienische Service umher. Dass an diesem Abend alle Tische reserviert sind, ist bei diesem Lokal wahrlich nicht erstaunlich.

Besucht im März 2017

Prometeo Goebenstr. 3, Kreuzberg, Mo. - Sbd. ab 17.30 Uhr, Tel. 23 63 88 37, www.prometeo.pizza

Pane al Caffè in Friedenau: Sizilianische Familienküche an der Rheinstraße

Seit acht Jahren betreiben Andrea und Fabio La Mantia ihr kleines Familien-Café-Restaurant "Pane al Caffè". Betritt man das Lokal, fällt die überdimensionierte, offene Küche auf, in der ständig zwei bis drei Personen beschäftigt sind. Zum Beispiel mit dem Backen von köstlichen Cantuccini oder anderem feinen Gebäck aus Sizilien, der Heimat von Fabio La Mantia. Auch Kuchen werden täglich hergestellt und in einer Vitrine präsentiert. In dem Glasschaukasten nebenan liegen sizilianische Käse- und Wurstwaren. Stolz ist Fabio auf den gesalzenen Speck Lardo di Colomete. "Besser als die Variante aus der Toskana", sagt Ehefrau Andrea.

Warmes Essen gibt es auch, und zwar ausgezeichnetes. Nur was, das weiß man nie genau, denn Ehepaar La Mantia verzichtet auf eine feste Karte. Und so stellen sie montags bis sonnabends je nach Lieferung vier bis sechs Tagesgerichte zusammen. "Wir verlassen uns auf unseren sizilianischen Händler, der uns die Waren frisch aus Süditalien bringt", sagt die Chefin. Für den Gast heißt das: Mal sehen, was heute auf der Schiefertafel steht.

Beim Besuch gegen 14 Uhr waren beispielsweise die Ochsenbäckchen mit Polenta ebenso ausverkauft wie die Kastaniensuppe. Dafür gab es herrliche Nudeln mit einem würzigen Tomatensugo und intensiv schmeckenden, entkernten sizilianischen Oliven. So fruchtig und schmackhaft war die Pasta, dass ein geriebener Parmigiano das Aroma nur zerstört hätte. 8,50 Euro kosten die Tagesgerichte, dazu gibt es krachiges Weißbrot und einen freundlichen, zuvorkommenden Service.

Besucht im Dezember 2016

Rheinstraße 61, Friedenau, Tel. 60 40 64 79, Mo - Fr 8-18, Sbd 9 - 16 Uhr

Ristorante Garda in Mitte: Mini-Tintenfische auf knusprigem Pizzateig

Wie ein kleines gallisches Dorf wirken die Heckmann-Höfe inmitten des Touristen-Trubels auf der Oranienburger Straße. Die Bonbonmacherei, ein paar Modeboutiquen und das kleine Galli-Theater gedeihen dort in fast idyllischer Ruhe. Und ein Ort versprüht mediterranes Flair wie auf einer autofreien Piazza: das Garda. Pizzeria und Ristorante in einem, kommt Italien drinnen mit rot-weiß-karierten Tischdecken daher. Draußen stehen unter Sonnenschirmen an die zwei Dutzend Tische. Die sind fast voll belegt.

Der Chef des familiengeführten Restaurants, jung, freundlich und höflich wie das gesamte Team, arbeitet mit im Service. Die Karte bietet die gewohnten Standards von Carpaccio di Manzo (11 Euro) über Penne Arrabiata (10,50 Euro) bis zu Scampi all'Aglio (25,50 Euro). Etwas ausgefallener die Tageskarte, auf der sich etwa Pappardelle mit Pulpo und Scampi (14 Euro) oder mit Bisonfleisch gefüllte Tortellini (15,50 Euro) befinden sowie eine Pizza mit Babycalamaretti und Ruccola (13,50 Euro).

Die macht neugierig. Preislich okay ist der Lunch (12 - 15 Uhr), Salat, Pasta oder Pizza mit einem alkoholfreien Getränk oder Espresso für 11 Euro. Unser kleiner gemischter Salat (4 Euro) dürfte ruhig etwas feiner geschnitten sein, und das Balsamico-Topping ist eigentlich out. Dafür sind die kleinen Tomaten aromatisch. Die Pizza ist schön: dünner, knuspriger Teig, saftiger Tomaten- Mozzarella-Grundbelag und darauf, wenn auch nicht in üppiger Anzahl, die Mini-Tintenfische. Zusammen mit einem Glas Wein ein Stück Dolce Vita mitten in Berlin.

Besucht im Juni 2016

Oranienburger Str. 32, Heckmann-Höfe, Mitte, tägl. 12 - 23 Uhr, Tel. 27 58 11 85, www.garda-berlin.de

Alle Restaurants unserer "Unter 20 Euro"-Serie auf einer Karte

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