Restaurants in Charlottenburg

Wo es in Charlottenburg gutes Essen für unter 20 Euro gibt

Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

Ribs & More: Ordentlich was auf die Rippen in der City West

Rund um die Marburger Straße buhlen etwa zehn große Restaurants um die Gunst der Kundschaft. Da ist neben ordentlicher Qualität wegen des vielen Laufpublikums auch ein passables Preis-Leistungs-Verhältnis geboten, sonst zögen die potenziellen Gäste womöglich nach einem kurzen Studium der Karte zum nächsten Lokal.

Auf den ersten Blick schien das "Ribs & More" eine Art Touristenfalle zu sein. Die Diskrepanz zwischen riesigen Schwarz-Weiß-Fotos vom Berlin der Gründerzeit und dem Angebot an US-Fleischgerichten ließ das befürchten. Und tatsächlich, die Hälfte der Gäste kam aus dem Ausland. Aber das allein ist in einer Stadt wie Berlin kein negativer Aspekt.

Also ran ans Mittagsangebot. Da bietet das "Ribs & More" ein halbes Dutzend preiswerter Speisen. Die freundliche Kellnerin versprach, schnell zu servieren und brachte postwendend ein alkoholfreies Flensburger Pils (3,50 Euro für 0,33 l). Das sollte die Spezialität des Hauses begleiten: original BBQ Spare Ribs mit Steakhouse Fritten und dem amerikanischen Kohl-Karotten-Salat Cole Slaw.

Nach zehn Minuten standen dampfende Rippchen in halber Unterarmlänge auf den Tisch. Eine leicht säuerliche Soße mit rauchigen Aromen gab dem mürben und oben knusprigen Fleisch den nötigen Kick, der Cole Slaw hatte noch Biss, die Steak Fries waren schön kross (7,90 Euro ). Auch die Burger und Steaks an den Nachbartischen sahen gut aus. Sie waren üppig portioniert und hatten reichlich Beilagen. Interessant war der Bulls Eye Burger mit Bacon, Zwiebeln und Spiegelei. Wer kein Fleisch mag, wählt hier Salate oder vegetarische Pasta.

Besucht im Januar 2017.

Marburger Straße 14, Charlottenburg, Tel. 63 42 06 560, täglich 12 - 23 Uhr, alle Informationen unter www.ribsandmore.de

Asia Land: Asiatische Küche und vier Obststückchen zum Dessert

Wer im "Asia Land" unter der Woche mittags speist, sitzt garantiert nicht allein am Tisch. Meistens ist das 40-Sitzplätze-Lokal knallvoll, im Sommer gibt es noch einmal 20 Sitzplätze davor. Die Kundschaft schätzt ein gemütliches, modernes Ambiente. Vor drei Jahren begab sich das "Asia Land" nach einem Komplettumbau auf eine höhere Stufe, sowohl bezüglich Qualität als auch bei der Innenarchitektur. Zu diesem Niveau passt auch der Service. Er ist so, wie man es sich wünscht, also freundlich, flott, und sehr achtsam in Bezug auf Gästewünsche.

Die Karte bietet die gesamte Breite asiatischer Küche, Klassiker aus Thailand, Vietnam, China in Suppenform, mit Reis und Nudeln, aber auch eine große Auswahl an Sushi. Das alles zu Preisen, die ausgesprochen portemonnaie- schonend sind. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Thai-Currys in Grün und Rot, die es jeweils mit Tofu, Geflügelfleisch, Lachs oder Garnelen gibt, 5,50 bis acht Euro . Auch die Getränke sind freundlich kalkuliert, das Glas Jasmintee kostete 1,50 Euro.

Bei den Sushi gibt es neben den einzelnen Nigiri auch preiswerte Menüs, sieben bis 13 Euro. Zum Mittagsangebot zählen 12 Maki und ein Lachs-Nigiri für vier Euro. Ähnlich preiswert sind die Hauptgerichte, von denen jeweils eines mit und eines ohne Fleisch auf der Tafel steht. Beim Besuch war es Hähnchenfleisch mit Erdnusssoße, Gemüse, Salat und Reis für 4,50 Euro, oder das Ganze mit Tofu. Die Portion war nicht riesig, aber sehr schmackhaft zubereitet und ausgezeichnet gewürzt. Zusammen mit dem Mittags-Sushi-Angebot eine volle abwechslungsreiche Mahlzeit. Niedlich waren die vier Obststückchen, die jeder Mittagsgast gratis im Glas zum Nachtisch bekam.

Besucht im Januar 2017.

Augsburger Straße 29, Charlottenburg, Tel. 213 33 33, Mo.-Fr. 11.30-22 Uhr, Sbd. 12-22 Uhr, So 14-22 Uhr, www.asialandberlin.de

La tia rica: Großzügig portioniert und fast schon burschikos zubereitet


Die Frage vom Wirt, ob man Pisco Sour kenne, kommt nicht von ungefähr. Auf den hübsch eingedeckten Tischen inmitten des farbenfrohen, Lust auf Urlaub machenden Restaurants wartet ein Schälchen gerösteter Maisnüsschen. Knusprig, aber salzig, und daher Durstlöscher benötigend. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, der charmante Chilene unweit des Savignyplatzes bietet ein Gäste-erfreuliches Preis-Leistungs- Verhältnis. Das mag denn auch ein weiterer Grund sein, warum ohne Reservierung kaum ein Platz zu bekommen ist.

Zum Auftakt gibt es einen Brotkorb - nicht mit dem Üblichen, sondern mit heißem Kürbisfladenbrot. Dazu je ein Schälchen scharfe Soße und Tomaten-Salsa. Die kulinarische Chile-Reise kann man mit Spezialitäten wie Empanadas, gefüllten frittierten Blätterteigtaschen, starten, mit Avocado-Scampi-Tatar, gebratenen Gambas oder Ceviche. Jener in Limettensaft marinierte Fisch, in diesem Fall Rotbarschfilet, auf den die Wahl fällt, ist ein gutes, wenn auch ein etwas zu trocken geratenes Beispiel für die La-tia-rica-Küche: großzügig portioniert, solide, fast schon burschikos zubereitet, als wäre man zu einem Familienessen eingeladen.

Auch der Service ist flott und fröhlich. Manch einer spricht nur spanisch - ein gutes Sprachtraining für spanophile Gäste. Eine Wand wird komplett von einem Weinregal belegt. Und die Flaschen haben einen gemeinsamen Ursprung: Chile. Ein spannendes Weinland, das für Merlot, Chardonnay, die alte Bordeaux-Rebsorte Carménère und Cabernet Sauvignon bekannt ist. Erhältlich für rund 20 bis 180 Euro stehen sie auch für ein zweites Konzept: Das La tia rica ist auch eine Weinhandlung, praktisch, um gleich seinen Lieblingswein zu Hause weiter trinken zu können.

Besucht im März 2017.

Knesebeckstraße 92, Charlottenburg, Tel. 31 51 86 93, Mo. - Sbd. 17 - 23 Uhr, www.latiarica.de

Mine & Wine: Hier wird die italienische Küche zelebriert


Braucht es tatsächlich einen Russen, der den Italienern in Berlin zeigt, wie die Cucina italiana zelebriert werden kann? Ja. Nicht, dass es keine Top-Läden gäbe. Aber das neu eröffnete Mine & Wine, Restaurant und Weinbar gleichermaßen, ist schlicht eine Bereicherung der Berliner Gastroszene.

Die Einrichtung Shabby-Chic mit mosaikähnlichem Steinboden, weiß getünchten Backsteinen, vermeintlich alten, wie nicht fertig restaurierten Deckenplatten, Empfangscounter und einsehbarer Küche. Der Russe, das sind eigentlich zwei: Vater Aram Mnatsakanov, ein erfolgreicher TV-Koch, und sein Sohn Mikhail, der in Paris sein Handwerk gelernt hat. Ein Tisch mit zwei großen Champagnerkühlern verdeutlicht, dass es hier edler zugeht. Auch das Glas offener Wein ab 6 Euro für 0,1 Liter bestätigt das.

Doch der Maßstab ist das Wort Preis-Leistungs-Verhältnis. "Was für ein schöner Teller" attestieren die Herren am Nebentisch ihrem ersten Gang. Bilderbuchhaft inszeniert, kein Chi-Chi, sondern eine Komposition, die die Produkte sprechen lässt. Das gilt auch für den Brotkorb mit Sauerteigbrot und Mascarpone-Gorgonzola-Crème. Ceviche aus roten Garnelen mit Ingwer-Eis, glasierte sizilianische Auberginen mit Burrata und süß-säuerlicher Tomatenmarmelade, Lammschulter mit gebratenem Blumenkohl und Rib-Eye-Steak mit toskanischen Kartoffeln für zwei Personen zeigen die Handschrift des Kochs. Doch es kann eben auch Pasta sein (14 - 18 Euro) oder, wie in unserem Fall, Tagliatelle mit Kaninchen mit unglaublich zartem Fleisch, bissperfekten Bandnudeln und einer feinaromatischen Soße. Angerichtet in einem großen blauen Teller mag man in italienischen Landhaus- Erinnerungen schweben.

Besucht im April 2017.

Mine & Wine Meinekestr. 10, Charlottenburg, Di. - Sbd. 17.30 - 24 Uhr, Tel. 88 92 63 63, www.minerestaurant.de

BaoAh Berlin: Gefüllte Teigtaschen auf taiwanesische Art

Es ist ein bisschen wie in einem Gewächshaus. Von der Decke baumeln allerlei Pflanzenampeln, dazu Lampen mit jeweils einer Glühbirne, originell, charmant, man fühlt sich auf Anhieb wohl. Taiwanische Restaurants gibt es nicht so viele in Berlin, in der Charlottenburger Dahlmannstraße aber kann man die Landesküche kennenlernen.

Eine der Spezialitäten auf Streetfood-Märkten ist Gua-Bao, sozusagen taiwanische Burger oder Teigtaschen. Weich, weiß, gedämpft und gefüllt. Gien-Tau-Hu (gebackener Tofu), Zheng-Jiao (gedämpfte taiwanische Ravioli), der Blick in die Speisekarte ist auch gleich ein Sprachkurs. Mit Bildern: Das junge Servicemädchen kommt mit einem Tablet an den Tisch, zeigt Fotos von allen Gerichten und erklärt sie. Auch auf die Empfehlungen des Küchenchefs wird hingewiesen, Dumplings etwa und das im halben bis ganzen Dutzend zum Teilen.

Die Holztische des rund 30-Plätze-Restaurants sind hübsch mit Wasser- und Weingläsern, Servietten, Stäbchen und Suppenlöffeln eingedeckt. Die Weinauswahl ist klein, aber ehrlich, bei den offenen Weinen etwa je ein roter und ein weißer aus der Toskana, 0,25 Liter für 5,50 Euro. Tsai-Tau-Teng steht für das Experiment einer taiwanesischen Rettichsuppe, fein, mit Koriander gewürzt und fast wie ein großer Rettichsaft genießbar. Natürlich muss auch Gua-Bao ausprobiert werden. Zur Auswahl stehen Varianten mit geschmortem Schweinebauch oder Rindfleisch und, darauf fällt die Wahl, Huhn. Zusammen mit Teriyakisoße, Eisbergsalat, Mayonnaise und Zwiebeln ergibt das einen schmackhaften Taiwan-Burger. Zudem erfährt der Gast, dass es für die Teigtasche keine feste Essenszeit gibt. Man könne sie "immer" essen. Gut zu wissen, für den nächsten Besuch.

Besucht im April 2017.

Dahlmannstr. 22, Charlottenburg, Tel. 54 81 21 36, www.baoah.berlin

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