Restaurant-Tipp

Im „Lo Spazio“ in Kreuzberg isst man echt italienisch

Früher hieß das Restaurant an der Kreuzbergstraße „Vereinszimmer“. Daraus wurde „Lo Spazio“. Es ist beliebt wie eh und je.

Das Restaurant „Vereinszimmer Lo Spazio“ gibt es seit 2003.

Das Restaurant „Vereinszimmer Lo Spazio“ gibt es seit 2003.

Foto: Patrick Goldstein

Berlin. Gegen 13 Uhr sind vor dem „Vereinszimmer“ fast alle Plätze besetzt. Es sind Kollegengruppen, die über Speicherkapazitäten fachsimpeln, Beamte aus dem nahen Rathaus, eine Mutter und ihre kleine Tochter, die sich die Nudeln durch gespitzte Lippen im Wortsinn ‘reinziehen. Drinnen sitzt man an Holztischen, die eine lange Restaurantkarriere hinter sich haben. Der Blick auf den Bürgersteig bietet das stets wunderbare Spektakel der „Kreuzberger-Einwohner-Betrachtung“: abwechslungsreich, modisch aufschlussreich, kostenlos.

Am Tresen stehen die Gäste Schlange

Um 13.30 Uhr stehen nachströmende Gäste bereits am Tresen Schlange. Dort wird bestellt. Die Gerichte sind an eine Tafel geschrieben und was irgendwann nicht darauf passte, wurde eben abfallend oder aufsteigend an den Rand gequetscht. Wir entschieden uns für Tagliatelle mit Kalbfleisch und Erbsen (8,90 Euro). Das San Benedetto Frizzante nahmen wir uns aus dem Kühlschrank (o,5 l, 1,50 Euro). Die Pasta war binnen zehn Minuten am Tisch, bissfest und so portioniert, dass man danach kein schlechtes Gewissen haben musste. Daran waren zartes Kalbfleisch, Pfefferkörner, eine dunkle milde Soße, der zusätzliches Salz nicht schadete. Insgesamt ein richtig gutes Lunch, auf das man, wenn es nicht reicht, etwa Focaccia mit Tomate, Scamorza Käse und Aubergine (4,80 Euro) folgen lassen könnte.

Seit 2003 gibt es das Restaurant. Früher hieß es „Vereinszimmer“, daraus wurde „Lo Spazio“, was „Raum“ und „Weltall“ heißt. Der alte Schriftzug blieb. So habe das Restaurant eben zwei Namen, sagt Besitzerin Daniela Cicerello amüsiert. Man könnte bei ihr Stunden verbringen. Mit knusprigen Cannoli mit Nougat(1,10 Euro), einer großen Auswahl Zeitungen oder im Feinkostladen. Zum Laptop-Arbeiten ist das Restaurant, in die Mitarbeiter kreuz und quer italienisch sprechen, rufen, juxen, nicht geschaffen: Mit einem Computer fühlt man sich wie ein unentspannter Besucher.

Vereinszimmer, Kreuzbergstraße 15, wochentags 8-20 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr.