Zu Gast

Feinste italienische Küche im „Bosco“ in Kreuzberg

In der Wrangelstraße kocht Giacomo Meloni sensationell köstliche Gerichte im „Bosco“.

Küchenchef Giacomo Meloni, Restaurantchef Federico Testa

Küchenchef Giacomo Meloni, Restaurantchef Federico Testa

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Wer in der Wrangelstraße in Kreuzberg die Döner-Läden links und rechts liegen lässt, der stößt an der Ecke zur Sorauer Straße auf das „Bosco“. Im Inneren ist klassischer Kreuzberger Chic angesagt: blanke Holztische, Kacheln an der Wand hinter dem Tresen, darauf ein „Bosco“ in Neonschrift. Schlicht und gemütlich geht es zu mit den modischen nackten Glühbirnen, die warmes Licht verbreiten. Die Speisekarte, eine Lose-Blatt-Sammlung auf einem Klemmbrett, bietet eine kleine Auswahl: drei Vorspeisen, drei Primi Piatti, zwei Hauptgerichte. Die Beschränkung auf das Wesentliche ermöglicht es Küchenchef Giacomo Meloni, sensationelle Köstlichkeiten auf die Teller zu zaubern.

Chefkoch Meloni serviert italienische Küche auf hohem, auf ganz hohem Niveau – und mit einem modernen „Twist“, wie es neudeutsch heißt, also mit einem modernen Dreh. Allein die Vorspeise an diesem Abend, „Pappa al pomodoro, pochiertes Ei, Basilikum, Parmesan und Brot-Chips“ (12 Euro), ist einfach köstlich. Angerichtet wie ein Steak Tatar verbreiten die über Stunden im Ofen gegarten Tomaten ein intensives Aroma.

Auch die „Tortelli, gefüllt mit Bolo­gnese-Ragout, Spinat und Ricotta-Käse“ (18 Euro) sind hervorragend, ebenso das Risotto mit Scampi, Rochenfisch, Knurrhahn, Zitrone und Petersilie (20 Euro). Der Fisch ist kross gebraten, der Risotto mild, aber nicht flach. Das Highlight: die Bio-Schweineschulter mit Pfirsichen in Madeira, Joghurt und Friséesalat (24 Euro). Das Fleisch, das in Würfelform angerichtet wird, ist schmelzend-zart, mit splitter-krosser Kruste und herrlichen süß-salzigen Tönen vom Pfirsich.

Dazu passte ein Rotwein Curtis 2015 Trentino-Alto Adige Kurtatsch (35 Euro). Zum Abschluss gab es dann noch eine Pannacotta mit Aprikosencoulis, Mandeln, Schokoladenmousse und Minze (8 Euro) – eine tolle Kombination aus Süße, Säure und Röststoffen.

Für den netten, sympathischen Service steht der Restaurantbesitzer selbst: Federico Testa, der aus Bologna stammt und früher in Wedding im „Da Baffi“ arbeitete. Fazit: Für das „Bosco“ nimmt man jeden Weg auf sich.

„Bosco“, Wrangelstr. 42, 10997 Berlin-Kreuzberg, Reservierung unter: info@boscoberlin.com oder Tel. 030/69 56 70 79. Geöffnet Mi.–Sbd. ab 19 Uhr.