Tipps der Woche

Oktober beginnt: 10 Drinnen- und Draußen-Tipps für Berlin

| Lesedauer: 6 Minuten
Dirk Teuber
Versteckt im Wald nahe Wandlitz verwittern die Gebäude, in denen die FDJ zu DDR-Zeiten ihre Kaderschmiede unterhielt. Einst nutzte sogar Joseph Goebbels eine Villa auf dem Gelände.

Versteckt im Wald nahe Wandlitz verwittern die Gebäude, in denen die FDJ zu DDR-Zeiten ihre Kaderschmiede unterhielt. Einst nutzte sogar Joseph Goebbels eine Villa auf dem Gelände.

Foto: imago images/Jürgen Ritter

Berlin-Marsch, Einheitsmarkt, Gauklerfest: Mit unseren Tipps der Woche werden Gegenwart und Vergangenheit lebendig - oft sogar gratis.

Berlin. Am 3. Oktober ist der Tag der Einheit. Am Feiertag kann man mal was ganz Neues ausprobieren und einen Ausflug in Berlin oder nach Brandenburg unternehmen. Wir haben 10 Ideen für drinnen und draußen. Einige Ausflugstipps sind sogar gratis.

Falkensee: Ein Marsch quer durch die Hauptstadt

Einmal ab Falkensee quer durch Berlin zum Seebad Friedrichshagen wandern? Was zu Mauerzeiten nicht erlaubt war, will der Sportclub „Ausdauerfreunde“ zum Tag der Deutschen Einheit mit dem Berlin Marsch umso genüsslicher zele­brieren. Zumal die 50-Kilometer-Strecke entlang der Spree, an Grünanlagen, Kanzleramt, Reichstag oder Museumsinsel vorbei ebenso repräsentativ wie sehenswert ist.

Falkensee Seegefelder Str. 148, (Startpunkt), Mo. 3.10., ab 7 Uhr, Teilnahme: 48 Euro, www.berlin-marsch.de

Wandlitz: Ausflug zum ehemaligen Landsitz von Joseph Goebbels

Im Norden Berlins liegt versteckt im Wald ein Ausflugsziel der besonderen Art. Beim Spazieren über das Gelände kann man durch die Fenster der Villa Bogensee spähen, einst Landsitz und Liebesnest von Joseph Goebbels. Das Gelände wurde später von der FDJ übernommen, die in späteren stalinistischen Neubauten eine Kaderschmiede für Genossen aus dem In- und Ausland betrieb.

Bogensee 16348 Wandlitz

Im Wald Pilze suchen im Berliner und Brandenburger Forst

Pilze suchen kommt nie aus der Mode. Im Gegenteil, es ­erfreut sich immer größerer Beliebtheit. ­Besonders im Herbst sieht man allerorten Spaziergänger mit Körbchen durch den Wald streifen, den Blick konzentriert gen Boden gerichtet. Ob im Grunewald, im Spandauer und Köpenicker Forst oder in den Brandenburger Wäldern – fleißige Sammler trifft man derzeit überall.

Diverse Wälder in und um Berlin

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Potsdam: Ehemaliges Restaurant wird zum Kunsthaus "Das Minsk"

Zu DDR-Zeiten war „Das Minsk“ als Terrassenrestaurant beliebt, nach dem Mauerfall blieben die Besucher aus, und die Gaststätte wurde geschlossen. Nun hat der Kunstmäzen Hasso Plattner das Gebäude vor dem Abriss bewahrt und lässt es in neuem Glanz erstrahlen, um darin Werke seiner Sammlung zu zeigen. Überwiegend Kunst aus der DDR soll in diesen Räumen zu sehen sein.

Das Minsk Max-Planck-Str. 10, Potsdam, Tel. 0331/236 01 46 99, Mi.–Mo. 10–19 Uhr, Eintritt ab 8 Euro, www.dasminsk.de

Wustermark: Seltene Pflanzen und Przewalski-Pferde

Durch die militärische Nutzung der Döberitzer Heide ist eine Heide-, Sand- und Trockenrasenlandschaft mit mehr als 5000, teilweise seltenen Pflanzen entstanden. Döberitz war jahrhundertelang eine Parallelwelt, um die es viele Geheimnisse gab. Mittlerweile ist „Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide“ ein sehr beliebtes Ausflugsziel mit Wanderwegen in einer Länge von 55 Kilometern.

Döberitzer Heide Zugang und Parkplatz in Elstal, Zur Döberitzer Heide 10, Wustermark

Vogelsang: Ruinen aus den Zeiten des Kalten Krieges

Wie eine Geisterstadt liegt die ehemalige sowjetische Garnison Vogelsang im Wald. Seit 20 Jahren verlassen, holt sich die Natur das ehemalige Städtchen, in dem einst 20.000 Soldaten und ihre Angehörigen lebten, langsam zurück. Hier lagerten einst sogar Nuklearraketen.

Garnison Vogelsang Güterbahnhof ­zwischen Zehdenick und Templin an der Bundesstraße 109, Straße nördlich davon in den Wald folgen

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Wünsdorf: Die einst verbotene Stadt im Süden Berlins

In Hay-on-Wye gründete der Händler Richard Booth 1962 die erste Stadt der Bücher, ein Ensemble aus Bücherläden, Antiquariaten, Restaurants und Bühnen, ein Mekka für Büchernarren und Leseratten. 1998 wurde diese Idee für Wünsdorf kopiert. So wurde der bis 1994 russisch besetzte Ort von der Bunker- auch zur Bücherstadt.

Wünsdorf www.buecherstadt.com

Potsdam/Wannsee: An der Glienicker Brücke wurden Agenten ausgetauscht

Im Kalten Krieg wurde die bekannte Brücke als konspirativer Austauschpunkt für Agenten und politische Häftlinge weltberühmt. Bevor sie zur politischen Bühne zwischen Ost und West wurde, diente sie brav als Binde­glied für den Post-, Güter- und Personenverkehr zwischen Potsdam und Berlin. Im 18. Jahrhundert ritten Könige und Kurfürsten über den ehemaligen „Holzweg“, um von Potsdam zu den Jagdgründen im Grunewald zu gelangen. Heute ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen.

Glienicker Brücke Königstraße, Potsdam/Wannsee

Spandau: Gauklerfest in der Zitadelle Spandau

Ein buntes Treiben wie in der Zeit des Mittelalters kann man am Wochenende und am Tag der Deutschen Einheit in der Festungsanlage der Zitadelle erleben. Es gibt Handwerk, Handel, Spielleute und allerlei Gaumenschmaus.

Zitadelle Spandau Am Juliusturm 64, Spandau, 1.–3.10., Sbd.+So. 10–22 Uhr, Mo. 10–19 Uhr, Eintritt ab 6 Euro

Karlshorst: 22 Jahre Berliner Einheitsmarkt

Mehr als 700 Aussteller, sowohl professionelle Händler als auch Privatpersonen, bieten auf dem Gelände des Pferdesportparks Relikte aus vergangenen Tagen an. Auch für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt.

Trabrennbahn Karlshorst Treskowallee 159, Sbd.–Mo. 1.–3.10., 9–17 Uhr, Eintritt frei

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