Best of Berlin

Die zwölf schönsten Inseln in Berlin

Auf Berlins schönsten Inseln gibt es weltberühmte Museen, exklusive Wohnhäuser, Schlösser, Schulen und herrliche Natur. Ein Überblick.

Früher hieß die Insel der Jugend in der Spree mal Abteiinsel. Und Abteibrücke heißt auch heute noch der gebogene Steg, der vom Treptower Park aus auf das Eiland mit seinem Uferweg, dem Brückenhaus und der Gaststätte „Inselgarten“ hinüberführt.

Früher hieß die Insel der Jugend in der Spree mal Abteiinsel. Und Abteibrücke heißt auch heute noch der gebogene Steg, der vom Treptower Park aus auf das Eiland mit seinem Uferweg, dem Brückenhaus und der Gaststätte „Inselgarten“ hinüberführt.

Foto: imago images/imagebroker

Berlin. An Wasser mangelt es in der Hauptstadt nicht. Spree, Havel, Dahme, Panke und viele andere Flüsse, Bäche und Kanäle durchziehen Berlin. Klar, dass es hier auch so manches Eiland zu entdecken gibt. Wir stellen die schönsten Inseln vor, die man sich für einen Ausflug im Frühjahr vormerken oder auch jetzt schon bei einem ausgedehnten Spaziergang besuchen kann.

Treptow: Über die Abteibrücke in ein Idyll an der Spree

Die Zeiten der lauten Partys auf der Insel der Jugend sind vorerst vorbei. Doch viel schöner ist es sowieso draußen auf der Liegewiese und an der Uferböschung. Damit ist die Insel mitten in der Spree einer der idyllischsten Plätze an Berlins Gewässern. Auf dem Gelände kann man im Sommer Tretbootklassiker aus den 1950er- bis 1970er-Jahren und Kanus ausleihen. Nebenan hat der Treptower Park von der Spreepromenade bis zum Sowjetischen Ehrenmal einiges zu bieten.

Insel der Jugend, Am Treptower Park

Mitte: Zwei Inseln in der Stadtmitte sind eigentlich nur eine

Eine Insel. Bewusst muss man eine Insel sagen, denn auch wenn von Museums- und Fischerinsel die Rede ist, handelt es sich um ein und die selbe: die Spreeinsel. An derem nördlichen Ende liegt das Bode-Museum mit seiner dunklen Kuppel, am anderen Ende stehen die Plattenbauten der Fischerinsel. Eine Umrundung macht Spaß, auch weil man immer wieder einen schönen Blick auf das Eiland hat – sei es von Mittes Historischem Hafen oder von der Weidendammer Brücke.

Spreeinsel, Mitte

Zehlendorf: Wo die Pfauen auf Bäume klettern

Die Pfaueninsel sticht heraus. Nicht nur wegen der idyllischen Lage – die Wege laden zum Flanieren ein –, sondern auch wegen des malerischen Schlösschens, der gepflegten Gartenanlagen und wegen der Pfauen, die auch mal auf Bäumen sitzen oder ihr Rad schlagen. Im Sommer grasen Wisente, die als natürliche Landschaftsgärtner eingesetzt werden. Ebenfalls lohnenswert: Die Meierei und der historische Bootsschuppen.

Pfaueninsel, Nikolskoer Weg, Wannsee, (wegen Corona aktuell geschlossen)

Tiergarten: Eine Schöpfung von Peter Joseph Lenné

Im 19. Jahrhundert baute Peter ­Joseph Lenné den Tiergarten nach englischem Vorbild um. Feuchte Waldgebiete wurden trockengelegt und Wege fürs Spazierengehen und Reiten geschaffen. Zudem entstanden kleine Seen und Brücken. In dieser Zeit kamen der Rosengarten und die Luiseninsel hinzu. Die Insel gehört zu den reizvollsten im Tiergarten, auf ihr steht auch eine Kopie des Denkmals der Königin Luise.

Luiseninsel, Tiergarten

Reinickendorf: Die sehr speziell gelegene Schule

Im Tegeler See gibt es mehrere Inseln, die größte beherbergt die Schulfarm Insel Scharfenberg. Im Winter ist die die Überfahrt nicht ganz so behaglich. Im Sommer wird man mit prachtvoller Natur belohnt – inklusive Badestrand. Von dem haben nur die Insulaner etwas, Schulfremde dürfen nur am „Tag der offenen Tür“ kommen. Zum Gymnasium gehört auch ein Internat mit 90 Plätzen. Wer dort lebt, muss auf so manche Annehmlichkeiten verzichten. Der Handyempfang ist eher schlecht.

Scharfenberg, www.insel-scharfenberg.de

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Tegel: Abgeschiedene Wochenendhäuschen

Nach Scharfenberg ist Valentinswerder die zweitgrößte Insel im Tegeler See. Hier finden sich vor allem Wochenendhäuschen, gerne bevölkert von Kreativen, die die Abgeschiedenheit suchen. Auch Dauerbewohner residieren in den teils denkmalgeschützten Häuschen, im Sommer gesellen sich Dauercamper und Vereinsmitglieder hinzu. Wer übersetzen will, braucht ein Boot. Es verkehrt eine Ruf-Fähre, die nur temporär den Bewohnern zur Verfügung steht.

Valentinswerder, Tegel

Köpenick: Ein herrlicher Prunkbau inmitten der Dahme

Die Köpenicker Schlossinsel liegt auf einer Dahme-Insel mit einer pittoresken Schlosskirche und einem schönen Garten. Im Schloss selbst, das Teil des Kunstgewerbemuseums ist, gehören die reich stuckierten Decken mit Motiven aus dem Diana-Mythos zu den Höhepunkten. In 21 Sälen wird dauerhaft „Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko“ gezeigt. Anschließend bietet sich ein Spaziergang durch den schönen Schlossgarten an.

Schlossinsel, Köpenick (Schloss wegen ­Corona momentan geschlossen)

Tegel: Zwei Inseln und eine große Bibliothek

Die meisten Inseln im Tegeler See sind ohne Boot nicht zu erreichen, anders die Tegeler Insel und die Humboldtinsel. Diese liegen so nahe am Festland, dass sie über kleine Brücken erreicht werden können. An sich sind die Eilande nicht so spannend, da meist nur luxuriöse und eher unauffälligen Bauten zu sehen sind. Dafür gibt es im Umfeld einige interessante Orte zu entdecken, etwa die Sechserbrücke oder die architektonisch beeindruckende Humboldt-Bibliothek.

Inseln im Tegeler Hafen, Tegel

Köpenick: Eine Insel nur für Laubenpieper

Laubenbesitzer bleiben gerne unter sich, erst recht, wenn sie auf einer Insel leben. Das gilt insbesondere für die Parzelleninhaber auf der Baumgarteninsel in Köpenick. Als 2001 der knapp 110 Meter lange Katzengrabensteg gebaut wurde, hat man auch einen Pfeiler auf dem Eiland installiert. Ein Zugang wäre kein Problem gewesen, doch die Insulaner wehrten sich. So bleibt die Baumgarteninsel exklusiv über das Wasser zugänglich. Immerhin: Vom Steg aus hat man einen schönen Blick auf die Insel.

Baumgarteninsel, Köpenick

Reinickendorf: Mit der Fähre zur puren Erholung

Vor der Insel Lindwerder ertrank 1912 beim Schlittschuhlaufen der Lyriker Georg Heym in der Havel. Dies wissen aber nur wenige, die sich heute auf Lindwerder vom Alltag erholen. Die Ausflügler kommen wegen der Abgeschiedenheit und der Natur, oder um bei der inseleigenen Gastronomie vorbeizuschauen. Bitte vorher informieren, ob die Fähre fährt.

Lindwerder Tegel, momentan wegen ­Corona Winterpause, www.lindwerder.de

Spandau: „janz weit draußen“ gelegen und gut für einen Ausflug

„JWD“ ist Berlinerisch für „janz weit draußen“. Die gleichnamige, alteingesessene Rock-Disco (nach eigener Aussage „bis auf Weiteres geschlossen“) liegt auf Eiswerder. Die Insel hat eine wechselhafte Geschichte: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert gab es dort Rüstungsfabriken. Später lagerten hier die Senatsreserven. Auch der Filmproduzent Artur Brauner betrieb auf der Insel seine Studios. Heute ist neben dem „JWD“ noch die ein oder andere Ausflugswirtschaft erhalten geblieben.

Eiswerder, Spandau

Zehlendorf: Wo schon lange die Reichen residieren

Das Leben auf Schwanenwerder war und ist bis heute exklusiv. Auf die enteigneten jüdischen Besitzer folgten NS-Größen, später hatte zudem Axel Springer eine Villa auf dem Eiland. Auch heute noch ist Schwanenwerder elitär, für Entrüstung sorgte 2019 der Bau einer futuristisch anmutenden Villa. Wer sich auch einmal im Glamour von Berlins High ­Society sonnen möchte, kann eine Nacht im Schwanenwerder Gästehaus verbringen.

Schwanenwerder, Wannsee, www.schwanenwerder.gfbm.de