Best of Berlin

Sportstadt Berlin: Ort der Rekorde

In unterschiedlichen Disziplinen wurden in Berlin immer wieder sportliche Rekorde erreicht – besonders im Marathon und in der Leichtathletik.

 
 
Der kenianische Ausnahmeathlet Eliud Kipchoge gilt als einer der besten Marathonläufer aller Zeiten. 2018 lief er auf den Straßen Berlins einen neuen Weltrekord.

    Der kenianische Ausnahmeathlet Eliud Kipchoge gilt als einer der besten Marathonläufer aller Zeiten. 2018 lief er auf den Straßen Berlins einen neuen Weltrekord.

Foto: imago images/Pacific Press Agency  

Berlin. Menschen lieben Superlative - dazu gehören auch sportliche Rekorde. In Berlin wurden von Spitzensportlern zahlreiche legendäre Erfolge erzielt. Beim Berlin Marathon natürlich, aber auch im Radsport, beim Hammerwurf und beim Schwimmen. Hättet Ihr's gewusst?

Speerwurf: Der „ewige“ Welt­rekord von Uwe Hohn

Uwe Hohn ist eine DDR-Ikone des Speerwurfs. Am 20. Juli 1984 wirft er im Ostberliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark einen neuen Weltrekord: Unglaubliche 104,80 Meter fliegt sein Speer. Diese Weite gibt den Ausschlag für eine Regeländerung. Ab 1986 wird ein neuer Wettkampf-Speer eingeführt, der eine steilere Flugbahn und so ein schnelleres Absinken des Speers bewirkt. Dank der Regeländerung und einer neuen Rekordliste werden Uwe Hohns 104,80 Meter zu einem „ewigen Weltrekord“.

Marathon: Weltrekord auf dem Berliner Asphalt

Der Berlin-Marathon ist immer wieder für außergewöhnliche Leistungen der Athleten bekannt. Es ist der 30. September 2001, als die japanische Olympiasiegerin Naoko Takahashi beim 28. Berlin-Marathon den Weltrekord bricht. Nach 2:19:46 Stunden läuft sie am Brandenburger Tor souverän durch die ­Ziellinie. Naoko Takahashi ist die erste Frau, die für die 42,195 Kilometer lange Strecke unter 2,20 Stunden benötigt. Eine unglaubliche Leistung, mit der sie bis heute den ­Weltrekord hält.

Marathon: Immer näher heran an die zwei Stunden

Und noch ein Berliner Rekord über die längste Distanz im Laufsport: Beim 45. Berlin-Marathon im September 2018 schafft der dreifache London-Marathon-Sieger und amtierende Olympia-Sieger von Rio de Janeiro Eliud Kipchoge eine neue Weltrekordzeit von 2:01:39 Stunden. Im Jahr darauf rennt der Sportler aus der Läuferhochburg Kenia die gleiche Strecke in Wien sogar noch schneller – 1:59:40 Stunden braucht er für die 42,195 Kilometer. Damit ist er der erste Mensch unter zwei Stunden in dieser Disziplin.

Radsport: Fast 900 Kilometer auf dem Rad in 24 Stunden

2015 knackt der Extremsportler Christoph Strasser den über damals elf Jahre lang unge­brochenen Rekord seines Konkurrenten Jure Robic: den 24-Stunden-Straßenweltrekord. Dieser zählt als eine Königs­disziplin im Ultracycling-Rennsport. Was man seinem Körper alles zumuten kann, wenn man ihn darauf trainiert, zeigen Spitzensportler wie Strasser. 896,173 Kilometer legt der heute 38-jährige Österreicher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 37 Stundenkilometern auf dem ­ehemaligen Flughafengelände Berlin-Tempelhof zurück.

Hindernislauf: Immer und immer weiterlaufen

Am 1. September 2019 läuft Gesa ­Felicitas Krause beim Leichtathletik-Stadionfest Istaf in ­Berlin über 2000 Meter Hindernis einen neuen Weltrekord. In 5:52:80 Minuten meistert die heute 28-jährige Athletin aus Hessen die selten gelaufene Strecke sowie alle Hürden und Wassergräben mit augenscheinlicher Leichtigkeit. Unter tosendem Jubel und Applaus der über 40.000 Zuschauer kann sie, wie Gesa Felicitas Krause nach dem Rennen selbst sagt, gar nicht mehr aufhören zu laufen.

800-Meter-Lauf: Zwei Hundertstel Sekunden schneller

David Rudisha aus Kenia lief beim 69. internationalen Stadionfest 2010 die 15. Bestzeit in der Geschichte des Sportfestes. In 1:41:09 Minuten gelang ihm auf der blauen Bahn über 800 Meter der Weltrekord. Und verbesserte die bisherige Bestzeit von Wilson Kipketer aus Dänemark damit um zwei Hundertstel Sekunden. Ein weiteres Indiz dafür, dass das Istaf bei vielen Athleten – ähnlich wie der Berlin-Marathon – auch deshalb so beliebt ist, weil hier immer wieder absolute Höchstleistungen erzielt werden können.

Hammerwurf: Der Tag, an dem die Weltrekorde purzeln

2014 entwickelt sich das Istaf zu einem Fest der großen Würfe. Bei der 73. Ausgabe im Olympiastadion wirft die Polin Anita Wlodarczyk den vier Kilogramm schweren Hammer 79,58 Meter weit und entreißt auf diese Art ihrer Berliner Konkurrentin Betty Heidler den Weltrekord wieder. Damit sorgte Anita Wlodarczyk für den bereits 16. Weltrekord in der Geschichte des traditionsreichen Sportmeetings in Berlin.

100-Meter-Lauf: Der schnelle Mann aus Jamaika

Usain Bolt – sein Rekordlauf macht ihn zum schnellsten Mann der Welt und zum internationalen Superstar. Bolt erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 44,72 Stundenkilometern, als der damals 22-jährige Jamaikaner am 16. August 2009 im Olympiastadion über 100 Meter in 9,58 Sekunden ins Ziel sprintet und in die Sportgeschichte eingeht. An diesen Weltrekord wird man sich noch lange zurückerinnern. Und Bolts blitzähnlicher Jubel wird zum Markenzeichen.

Schwimmen: Zwei Weltrekorde an einem Tag

Beim Weltcup in Berlin 2007 schwimmt Stefan Nystrand aus Schweden über 100 Meter Freistil einen Weltrekord in 45,83 Sekunden, mit deutlichem Vorsprung zu seinen Kontrahenten kommt er ins Ziel. Ebenso einzigartig agiert die Niederländerin Marleen Veldhuis am selben Ort: In 23,58 Sekunden erzielt sie über 50 Meter Freistil einen neuen Weltrekord.

Hochsprung: Zum ersten Mal über zwei Meter

Die Olympiasiegerin der Sommer­spiele von Montreal 1976, Rosemarie Ackermann, stellte am 26. August 1977 vor ungefähr 30.000 Zuschauern im Olympia­stadion einen Weltrekord auf. Mit ihrem siebenten Versuch übersprang die in der Oberlausitz geborene DDR-Sportlerin als erste Hochspringerin der Welt zwei Meter.