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Zehn Tipps für die „Lange Nacht der Museen“ in Berlin

Klassiker, Installationen, Kunstaktionen: 95 Häuser öffnen am späten Sonnabend ihre Pforten für nächtliche Kulturgänger. Sieben Shuttle-Routen bringen die Besucher in die „Lange Nacht der Museen“.

Foto: Sergej Horovitz

1. Mitte: In und rund um den Lustgarten

Dreh- und Angelpunkt der Museumsnacht ist der Lustgarten. Nicht nur, dass hier um 18 Uhr das Event vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit eröffnet wird. Den ganzen Abend über zeigen Jongleure, Einradfahrer und Stelzenläufer Kunststücke, interpretieren Berliner Graffitikünstler Alte Meister neu. Geplant ist auch ein Lebensalter-Flashmob. Nicht weit ist es von hier zu anderen Orten wie dem Alten Museum (mit lebendigen Porträts alter Römer und Griechen), der Alten Nationalgalerie (Kindheit im 19. Jahrhundert), dem Deutschen Historischen Museum (Zusammenleben der Generationen) und der Humboldt-Box (neue Stationen für künftige Ausstellungen).

Lustgarten, Am Lustgarten, Mitte, Bus 100, 200 Lustgarten, ab 16 Uhr Ticketverkauf, Eröffnung 18 Uhr, Shuttle-Bus-Route 1

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2. Wedding: Skateboards für die Ausstellungs-Vitrine

Mit rund tausend Exponaten sind die Macher des weltweit ersten Skateboard Museums von Stuttgart nach Berlin gegangen. Noch gibt es kein eigenes Domizil, einen Einblick in die Sammlung aber schon: eine Preview, die in der Museumsnacht mit einer Finissage endet. Zu den Highlights gehören Roller aus den USA von 1920 und Boards aus der DDR.

Skateboard Museum im Stattbad Wedding, Gerichtstr. 65, Wedding, U6 Wedding, S 1, 2, 26 Humboldthain, S41, 42 Wedding, Shuttle-Bus-Route 5

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3. Tegel: Die Feuerbekämpfer aus dem Norden

Um 14 Uhr beginnt das Hoffest im Tegeler Feuerwehrmuseum. Bis 22 Uhr zeigen Feuerwehrleute, wie Einsätze ablaufen. Kinder können in historischen Gefährten sowie auf Feuerwehrbooten mitfahren. Ab 18 Uhr werden alle halbe Stunde Führungen durch das Museum angeboten. Es gibt Sonderausstellungen wie „Gesichter der Feuerwehr“ und „Der Reichstag brennt“.

Feuerwehrmuseum Berlin, Veitstr. 5, Tegel, U6 Alt-Tegel S25 Tegel, keine Shuttle-Bus-Linie

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4. Neukölln: Alte Lieder im ehemaligen Pferdestall

Ein schönes Domizil hat sich das Museum Neukölln ausgesucht. Für die Präsentation der Geschichte von Neukölln wurde der ehemalige Pferde- und Ochsenstall des Gutshofs Britz ausgewählt. Statt Heimatmuseums-Mief wird hier auch auf moderne Medien gesetzt: An Computerterminals kann man tiefer in die Vergangenheit und Gegenwart des Bezirks eintauchen. Für Unterhaltung sorgt die Revue „Alles was zur Frau gehört“ mit Liedern aus den 20er- bis 40er-Jahren (20, 22.30 Uhr).

Museum Neukölln, Alt-Britz 81, U7 Parchimer Allee, Shuttle-Bus-Linie 4

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5. Kreuzberg: Poetry Slamin Gebärdensprache

Wie es um die New Yorker Jugendkultur der 90er-Jahre bestellt war, erfahren wohl nur echte Nachteulen. Filmbeginn ist erst eine halbe Stunde nach Mitternacht. Aber schon vorher gibt es Spannendes und Originelles. Kinder können ab 19 Uhr gemeinsam eine Fantasiestadt bauen. Ungewöhnlich wird es um 20 Uhr, dann wird gezeigt wie Poetry Slam in Gebärdensprache funktioniert (auch 20.30 und 21.30 Uhr).

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124–128, Kreuzberg, U1, 6 Hallesches Tor, U8 Moritzplatz, Shuttle-Bus-Linie 4

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6. Prenzlauer Berg: Eiscreme ohne Strom

Zeitung machen war früher ein mühseliges Geschäft. Buchstabe für Buchstabe mussten die Setzer einst zusammenfügen. In der Museumsnacht, die hier um 15 Uhr startet und um 22 Uhr endet, zeigt die Museumsdruckerei des Kindermuseums, wie einst gearbeitet wurde. Genussreich geht es um 16 und 18 Uhr zu. Dann wird demonstriert, dass man Eiscreme auch ohne Strom herstellen kann.

MACHmit!, Senefelderstr. 5, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Str., S8, 85, 9, 41, 42 Prenzlauer Allee, Shuttle-Bus-Linie 1

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7. Charlottenburg: Begegnung mit Picasso und Klee

Die Museumsnacht ist eine gute Gelegenheit, den im März eröffneten Erweiterungsbau des Museums kennenzulernen. Hier kann man die vielfältigen Wandlungen des Malers, Bildhauers und Grafikers Pablo Picasso nachvollziehen. In Kurzführungen bekommt man einen Einblick in sein Leben und seine Werke (20.30, 23.30 Uhr). Auch Paul Klee, der zweite zentrale Künstler des Museums, wird in Kurzführungen vorgestellt (19.30, 22.30 Uhr).

Museum Berggruen, Schloßstr. 1, Charlottenburg, Bus M45, 109, 309 Schloss Charlottenburg, Shuttle-Bus-Linie 3

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8. Hansaviertel: Künstlerische Rauminszenierung

Vor allem an Jugendliche richtet sich die Ausstellung „7 x jung“ des Vereins „Gesicht zeigen“. In sieben künstlerischen Rauminszenierungen werden die Erlebnisse junger Menschen unter den Nationalsozialisten thematisiert. Auch Führungen durch die Ausstellung werden angeboten (18, 19, 21, 22 Uhr). Dazu gibt es ein musikalisches Rahmenprogramm mit Vintage Jazz, Country und Schlager (21.30, 23 Uhr).

Gesicht zeigen, Flensburger Str. 3, S-Bahn-Bögen 416–422, Hansaviertel, U9 Hansaplatz, Shuttle-Bus-Route 3

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9. Tiergarten: Stummfilm mit Orgelbegleitung

Treuepunkte erhält das Musikinstrumenten-Museum. Es war durchgängig bei allen „Langen Nächten“ dabei. Ein Highlight des Museums, das 800 Musikinstrumente vom 16. bis 21. Jahrhundert ausstellt, ist die Mighty-Wurlitzer-Orgel. Natürlich kommt sie auch diesmal zum Einsatz. Ab 18 Uhr spielt Jörg Joachim Riehle. Um Mitternacht wird der Stummfilm „Richard Wagner“ von 1913 gezeigt, mit musikalischer Begleitung an der Orgel.

Musikintrumenten-Museum, Tiergartenstr. 1, Eingang Ben-Gurion-Straße, Tiergarten, S 1, 2, 25 Potsdamer Platz, U2 Potsdamer Platz, Shuttle-Bus-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 6

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10. Zehlendorf: Mark Twain und Bollywood

Alleine im Dahlemer Museumskomplex könnte man die ganze Museumsnacht verbringen. Einige Museen haben Öffnungszeiten bis nach Mitternacht und bieten ein umfassendes Veranstaltungs-Potpourri an. So das Ethnologische Museum: In der Südsee-Abteilung können Kinder dem Geheimnis der Kokosnuss auf den Grund gehen (18, 20 Uhr). Um 21.30 und 22.30 Uhr liest Schauspieler Paul Sonderegger aus Mark Twains „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ vor. Im Museum für Asiatische Kunst werden Bollywood-Filmtänze vorgeführt – anschließend sind die Zuschauer an der Reihe (22 Uhr).

Dahlemer Museen, Lansstr. 8, Zehlendorf, U3 Dahlem-Dorf, Shuttle-Bus 6

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„Junge Wilde und Alte Meister“ heißt das Motto der 33. Langen Nacht der Museen. Am 31. August öffnen 95 Häuser ihre Pforten für nächtliche Kulturgänger. Sieben Shuttle-Bus-Routen gibt es. Das Kombiticket kostet 18 Euro, erm. zwölf Euro, Kinder bis zwölf Jahren haben freien Eintritt. Die Tickets, die auch die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel einschließen, sind von 15 bis fünf Uhr gültig. Erhältlich sind sie u.a. bei den teilnehmenden Museen, an Theaterkassen (zzgl. VVG), in den Kundenzentren der S-Bahn und in BVG-eigenen Verkaufsstellen sowie an den S-Bahn- und BVG-Fahrscheinautomaten (ohne Ermäßigung).

Weitere Infos unter www.lange-nacht-der-Museen.de