Best of Berlin

Das sind Berlins Club-Klassiker

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. In "Best of Berlin" sagen wir Ihnen, was Sie mal ausprobieren sollten. Dieses Mal stellen wir Ihnen zehn Berliner Club-Klassiker vor - Institutionen für Nachtschwärmer und Tanzwillige.

Foto: picture-alliance / picture-alliance/Tagesspiegel

PopInn

Der Jugendclub in Steglitz ist DER Clubklassiker in Westberlin. Fragt man DJs, Software-Entwickler oder Journalisten-Kollegen, die in Steglitz aufgewachsen sind, wo ihr erster Disco-Besuch war, lautet die einheitliche Antwort: im PopInn und ein verträumtes Lächeln huscht über die Gesichter. Seit über 40 Jahren pilgern Jugendliche ab 14 Jahren ins „Pop Inn“ und erleben dort ihre ersten Club-Erlebnisse. Geöffnet ist die Jugend-Disco von 19-24 Uhr, es gibt keinen Alkohol, dafür Black Music, Pop und Rock, Bobbycar-Ralleys sowie Konzerte von Nachwuchskünstlern.

Ahornstraße 15a, Steglitz, Do.-Sbd., ab 19 Uhr

www.popinn.de

Knaack

1952 zog das Jugendfreizeitheim Ernst Knaack in den ersten Stock der Location ein, zu den Weltjugendspielen 1973 verwandelte sie sich dann endgültig zum „Jugendclub mit Tanzmöglichkeiten“. Nach der Wende wurde auch der Keller, vorher eine Darmwäscherei, zum Dancefloor umgebaut. Das „Knaack“ gilt als einer der ältesten Clubs von Berlin, dennoch ist er jung geblieben. Bei der Karaoke-Nacht gröhlen Studenten ihr Lieblingshits und bei „Berlin Wildstyle“ läuft Indie, Rock und Electro. Wegen Wohnungsneubauten neben dem „Knaack“ war die Existenz des Clubs bedroht, doch nun hat das Verwaltungsgericht für den Club entschieden und die Musik darf wieder laut sein.

Greifswalder Straße 224, Prenzlauer Berg, Mo.+Mi. ab 20 Uhr, Di. ab 19 Uhr, Fr.+ Sbd., 22 Uhr, Tel. 442 70 60

www.knaack-berlin.de

Sophienclub

Im „Sophienclub“ scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. 1984 vom Bezirksamt Mitte als staatlicher Jugendclub eröffnet, mussten 60 Prozent der Titel von DDR-Komponisten stammten und wer als „Schallplattenunterhalter“ Musik auflegen wollte, ein Seminar besuchen. Dennoch galt der „Sophienclub“ als liberaler Ort im Ostberliner Nachtleben. Inzwischen gilt hier die Marktwirtschaft, doch verändert hat sich trotzdem wenig und so sind die Wände noch genauso schwarz wie in den Gründungstagen, die Atmosphäre familiär und das Publikum jung und tanzt auf zwei Floors zu Rock, Pop, Party und Dance.

Sophienstraße 6, Mitte, Di.+Do.+Fr.+Sbd., 23 Uhr

www.sophienclub.com

Tresor

Der Tresor Club zählt zu den bekanntesten Techno-Clubs der Welt. Eröffnet 1991 im Tresorraum des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses an der Leipziger Straße, legten zwischen Schließfächern, Gitterstäben und Betonwänden Paul van Dyk, Clé, Jeff Mills und Juan Atkins den neuen Sound auf. Der „Bonito House Club“ am Mittwoch ist auch heute noch ein Fixpunkt für Techno-Jünger – selbst da der Club von Dimitri Hegemann inzwischen umgezogen ist und mittlerweile im ehemaligen Heizkraftwerk an der Köpenicker Straße residiert. Visionär Hegemann hat übrigens bereits neue Pläne: Im Herbst 2010 soll es zusätzlich eine Tresor Residenz in Peking geben.

Köpenicker Straße 70, Mitte, Mi.+Fr.+Sbd., 23 Uhr

www.tresorberlin.de

Rock It

25 Jahre jung – und kein bisschen leise. Mit dem „Rock It“ verbinden viele Berliner ihre Erinnerungen ans Erwachsen werden, an den ersten Kater, Knutschen und die besten Kumpels. Das „Rock It“ war der Treffpunkt der Berliner Jugend in den Räumen des heutigen „Matrix“, später wurde sie zu „Convexus“ und inzwischen ist der Club an der Schönhauser Allee sesshaft geworden und bietet immer noch günstige Getränke und Musik von Rock bis Pop.

Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Tel. 61 65 82 82

www.rock-it.de

SilverWings

Das „SilverWings“ auf dem Gelände des Flughafen Tempelhofs ist eng mit dem Gelände verwoben, denn nach dem zweiten Weltkrieg, zur Zeit der Luftbrücke, war die Location ein Offiziersclub, wo sogar Jonny Cash auftrat und die Herrn Soldaten mit ihren Fräuleins das Tanzbein schwangen. 1998 wurde es dann das „SilverWings“, das wir heute kennen, mit „Eis am Stiel“-Partys, Rockabillys und Petticoats.

Columbiadamm 10, Tempelhof, Tel. 69 50 92 11

www.silverwings.de

Cookies

Gefühlte zehn Mal ist der Nomadenclub von Heinz Gindullis, genannt Cookie, schon umgezogen. Dabei ist sich der Clubbetreiber stets treu geblieben, denn die Türen im „Cookies“ werden seit 15 Jahren nur am Dienstag und Donnerstag geöffnet. Inzwischen feiert man in einem ehemaligen Kinosaal im Westin Grand Hotel und es wäre nicht Berlin, wenn trotz der ungewöhnlichen Öffnungszeiten die Räumlichkeiten nicht voll und die Party ausgelassen wäre.

The Westin Grand, Friedrichstraße / Ecke Unter den Linden, Di.+Do., ab 23 Uhr

www.cookies.ch

So36

Der Punkclub wurde 1978 eröffnet und macht seitdem durch Konzerten von Stars wie die Dead Kennedys, Die Ärzte, Bad Religion oder Faith No More von sich Reden. Vor den Live-Gigs kann es schon mal turbulent vor der Location zugehen und auch das Publikum mit Lederjacken, Irokese und Nietengürtel ist eine Schau. Inzwischen ist die Kult-Location auch nicht mehr von der Schließung bedroht, die Betreiber haben just einen Mietvertrag bis zum Jahr 2020 abgeschlossen. Das Party-Programm des Kulturzentrums ist traditionellerweise bunt und reicht vom schwulen Tanztee bis zur Roller-Disco.

Oranienstraße 190, Kreuzberg, Tel. 61 40 13 60

www.so36.de

Far Out

Im Far Out setzt man seit 25 Jahren weniger auf Zeitgeist, sondern auch familiäres Feeling. Einst residierte der Club neben der Schaubühne am Kurfürstendamm, nun ist die bekannte und beliebte Ü30-Party nach der Schließung ihre Location im „Maxxim“ sesshaft geworden – auf Initiative der Gäste hin, die ihr Tanz-Wohnzimmer nicht aufgeben wollten.

Im Maxxim, Joachimsthaler Straße 15, Charlottenburg, Di ab 19 Uhr, Mi. ab 20 Uhr

www.faroutclub-berlin.de

Ma Baker

„Ma Baker ist keine 70er-Jahre-Schlager-Party“, sagt DJ Hilbert, der seit 1992 für die Musik bei der Veranstaltung zuständig ist. Wie zur Untermalung seiner Aussage tönt es von dem Dancefloor: „Zu spät“ - der Hit der Ärzte. Obwohl die „Ma Baker“-Party schon 19 Jahre auf dem Buckel hat, sie residierte bereits im BKA Zelt, Huxleys, Tränenpalast und Metropol, ist das Publikum im besten Studentenalter. Gleich nach dem Ärzte-Ohrwurm ertönt Seeed, Deichkind und Fettes Brot, dazwischen tanzen die Jungspunde zu Klassikern wie „Moskau“ von Dschingis Khan und „Sing Halleluja“ von Dr. Alban. Eine wilde Mischung, die ankommt.

In der Kalkscheune, Johannisstraße 2, Mitte, alle zwei Wochen samstags ab 22 Uhr, nächste Termine: 1., 15., 29. Mai

www.mabaker.de

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