Best of Berlin

Hier muss man in Berlin mal Cocktails trinken

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. In "Best of Berlin" sagen wir Ihnen, was Sie mal ausprobieren sollten. Dieses Mal geben wir Ihnen Tipps für perfekte Abende mit Freunden bei einem richtig guten Drink: die besten Cocktailbars Berlins.

Foto: picture-alliance

Rum Trader

Wäre Hemingway zu Gast in Berlin (und nicht schon längst verstorben), wäre er bestimmt im "Rum Trader" eingekehrt. Die filmreife Bar zieht echte Männer an, denn hier geht man unter Gleichgesinnten dem einzig wahre Hobby nach, dem richtigen Trinken. Die Bar zeichnet sich durch eine exquisite Auswahl an Spirituosen aus, die Drinks von Herrn Scholl beziehen sich nicht nur auf Rum (wie der Name "Rum Trader" vermuten ließe), sondern auf die ganze Welt des Genusstrinkens und sind allesamt phänomenal und die Winzigkeit des Etablissements sorgt schnell für Gesprächsstoff. Seit über 30 Jahren die Wahlheimat für Berliner Connaisseure. Zwei Anmerkungen noch von Herrn Scholl: „Rauchen ist erlaubt, Hunde und Kreditkarten nicht.“

Fasanenstraße 40, Wilmersdorf, Mo.-Fr., 20-1 Uhr, Sbd., 21.30 Uhr- 2 Uhr, Tel. 881 14 28

Becketts Kopf

Die Bar von Oliver Ebert ist eine kleine Institution zur Verfeinerung der Sinne am Prenzlauer Berg, bei der, wenn es zu voll wird, schon mal ein Einlassverbot verhängt wird. Im orange-roten Ambiente lässt man den Alltag hinter sich und genießt die kreativen Cocktail-Kreationen, die der Autodidakt abseits der bekannten Getränkepfade kredenzt wie “Pegu Club“ (Gin, Orange, Curacao, Limettensaft, Bitter), „Aviation“ (Gin, Maraschino, Zitronensaft, Veilchenlikör) oder „Mint Costa“ (Rum, Tawny Port und Orange Curacao).

Pappelallee 64, Prenzlauer Berg, Di.-So., 20-4 Uhr, Tel. 0162/237 94 18, www.becketts-kopf.de

CSA

Wer die Arbeit des berühmten Architekten Mies van der Rohe schätzt, wird sich im „CSA“ sehr wohl fühlen. Der Erbauer der Neuen Nationalgalerie hat die Bar zwar nicht eingerichtet, dennoch könnte sie seinem Geiste entsprungen sein. Früher residierte in den Räumen an der ehemaligen Prunkstraße Karl-Marx-Allee die gleichnamige tschechische Fluglinie, die Bar-Betreiber haben das minimale Sixties-Innendesign mit den grauen Rauchglasfenstern, den Steinwänden, der geschwungenen Wandinstallation und den „zerkitterten“ Leuchten kaum verändert. Im coolen Ambiete werden nun erstklassige Cocktails serviert, die das „CSA“so beliebt machen, dass es am Wochenende sehr drängelich werden kann.

Karl-Marx-Allee 96, Friedrichshain, täglich ab 20 Uhr, Tel. 29 04 47 41, www.csa-bar.de


Victoria Bar

Als Wappentier dient der altgedienten Cockatilbar das schwarz-weiße Tapir. Wieso, weiß man nicht so recht, doch es macht den Trinktempel durchaus sympathisch. Zuerst wird geklingelt, dann darf gestaunt werden – über die Deckenhöhe und die Tiefe des Raums, die ungewöhnlichen Sitzmöbel und vor allem über die Kunstfertigkeit der Bartender, bei dessen Beratung, Service und Kunstfertigkeit des Mixens sich beim besten Willen nichts zu bemängeln lässt. Die Drinks sind stets auf den Punkt auf Weltklasseniveau gemixt und wer zwischen dem flüssigen Genuss noch Stärkung braucht, bestellt sich einfach einen Caesar Salad oder Roastbeef mit Bratkartoffeln. Auch die Mischung an Gästen ist hier sehr bekömmlich von „Gravern“ (pensionierten Ravern), Transen, Geschäftsleuten bis zu Philharmonie-Besuchern reicht das Spektrum.

Potsdamer Straße 102, Schöneberg, So.-Do., 18.30 – 3 Uhr, Fr.+Sbd., 18.30-4 Uhr, Happy Hour, tägl. 18.30-21.30 Uhr, am Sonntag den ganzen Tag, Tel. 25 75 99 77, www.victoriabar.de

Gainsbourg

Früh kommen lohnt sich, denn die Cocktail-Institution am Savignyplatz ist ab 20 Uhr schon sehr gut besucht ist. Inhaber Frido Keiling kennt (und kredenzt) jeden Drink, besonders beliebt als Sundowner ist seine Kreation „6.35 pm“, Stammgäste schwören aber auch, hier gäbe es den besten Mai Thai und Mojito der Stadt. Seit 1994 existiert das „Gainsbourg“ bereits und die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein, aus den Boxen nuscheln Chansons, Frido ist als perfekter Gastgeber stets omnipräsent, die Wände hängen voller gerahmter Patina mit Catherine Deneuve und Brigitte Bardot und im Sommer wartet ein kleines Gärtchen mit Stühlen, Bänken und Tischen unter den Glyzinien – ein verwunschene Oase mitten in der Stadt.

Savignyplatz 5, Charlottenburg, täglich von 17-6 Uhr, täglich Happy Hour bis 20 Uhr, Tel. 313 74 64, www.gainsbourg.de

Windhorst Bar

Das kleine, unaufgeregte „Windhorst“ ist der Anlaufpunkt für Cocktail-Kenner. Die Barleute rund um Günther Windhorst lieben ihr Handwerk und bieten einfach so schon mal einen ähnlichen Cocktail zum Parallelverkosten an. Anfangs pilgerte man in die Bar, weil man wegen der Sperrung der damals dort residierenden US-Botschaft nach 9/11 seinen Pass zeigen sowie eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen musste, fast wie zu Zeiten des Kalten Kriegs! Später kam man wieder wegen der exzellenten Cocktails und widmete seinen Abend dem Cuban Ice Tea oder dem Watermelonman

Dorotheenstraße 65, Mitte, Mo.-Fr., ab 18 Uhr, Sbd. ab 21 Uhr, keine Happy Hour, Tel. 20 45 00 70

Harry’s New York Bar

Ein Ort von Profis für Profi. Die Keeper der „Harry’s New York Bar“ im Hotel Esplanade mixen jeden Cocktail, selbst wenn er nicht auf der 200 Drinks umfassenden Karte steht, auf Zuruf. Die Zutaten sind erlesen und jeder Drink auf Meisterschaftsniveau. Der Genießerabend wird durch das Entertainmentprogramm abgerundet, denn wenn der Klavierspieler zu später Stunde auf dem Sessel steht und alle Gäste Gassenhauer mitsingen, weiß man wieder, dass man in der Partymetropole Berlin ist und nicht in New York.

Lützowufer 15, Tiergarten, Mo.-Do., 18-2 Uhr, Fr.+Sbd., 18-3 Uhr, Pianomusik Mo-Sbd., Tel. 254 78 86 33, www.esplanade.de

Saphire Bar

Die schicke Bar mit den edlen weiße Leder-Sitzgruppen und den gemütlichen getäfelten Holzwänden liegt gut versteckt im „Bötzowviertel“. Die Getränkekarte ist gefühlte 34 Seiten stark und bietet 300 Cocktails an, aber am interessantesten sind die Eigenkreationen des Chefs, bei denen er auf ungewöhnliche Art und Weise Alkoholgattungen und Zutaten mixt wie bei der Manhattan-Variation mit Balsamico oder der Kumquats & Ingwer Negroni mit Kumquats, Ingwer Gin, Campari und Bitter. Viele Drinks haben so poetische Namen wie „Schneegestöber im Sperrgebiet“ oder „Bruderschaft“, letzterer etwa ein prickelndes Geschmacksabenteuer aus zwei Sorten Bourbon, Drambuie, Orangensaft und Cranberry. Auch zu empfehlen die ausgezeichnete Wiskey-Auswahl.

Bötzowstraße 31, Friedrichshain, täglich ab 20 Uhr, Tel. 25 56 21 58, www.saphirebar.de

Reingold

Nach der Neuübernahme durch David Wiedemann hat sich auf den ersten Blick im „Reingold“ nichts verändert. Als Wandgemälde strahlen nach wie vor Erika und Klaus Mann den Gästen entgegen, man sinkt in schwere Lederstühle und genießt das bernsteinfarbene Ambiente, das Auge und die Seele beruhigt. Ein Blick in die Karte verrät jedoch das Faible des „jungen wilden“ Neubesitzers. Die Auswahl ist kleiner geworden und bietet neben Klassikern, auch Trend-Getränke wie Martinez oder Sazerac, Molekulardrinks wie „Sprizz Espuma“ oder „Cuisine Style“-Drinks mit Kräutern und Gemüse wie der „Pineapple Clerey Boost“ mit Bitter, Ananas und Sellerie. Bemerkenswert ist, dass hier alle Sirups selbst gemacht und die Säfte frisch zubereitet werden.

Novalisstraße 1, Mitte, Di.-Sbd., 19-3 Uhr, keine Happy Hour, Tel. 28 38 76 76, www.reingold.de

Green Door

Dass gute Cocktailbars nicht so steif sein müssen, wie ein britischer Membersclub beweist das „Green Door“ am Winterfeldtplatz. Zwar muss man an der dicken grünen Tür klingeln, doch das ist auch schon die einzige Parallele, denn drinnen erwartet den Genusstrinken ein plüschiges Wohnzimmer mit karierter Tapeten, Büchern, sowie dezentem Kitsch wie einer Hunde-Lampe. Versierte Bartendern, die ihre Handwerk verstehen, mixen Vanilla Dream oder Brighton Punch, aber gehen auch gerne auf Sonderwünsche ein. Es wird empfohlen, früh zu kommen, da es nur weniger Sitzplätze gibt.

Winterfeldtstraße 50, Schöneberg, So.-Do., 18-3 Uhr, Fr.+Sbd., 18-4 Uhr, Happy Hour 18-21 Uhr, Raucherbar, Tel. 215 25 15, www.greendoor.de