Best of Berlin

Hier ist Berliner Fast Food besonders lecker

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, weil: Es gibt so viele Antworten. Morgenpost Online hilft. In "Best of Berlin" erklären wir Ihnen, was Sie sich dieses Wochenende gönnen sollten. Heute: Wo Sie die leckersten, fettigsten, herzhaftesten Fast-Food-Delikatessen finden.

Foto: bt cu / DPA

Currywurst

Die wohl bekannteste Berliner Leibspeise gibt’s in unzähligen Imbissen. Doch der Berliner weiß, es ist entscheidend, wo man seine Curry-Wurst genießt. Eigentlich gibt’s nur drei ernsthafte Empfehlungen. Okay, "Konnopke" offeriert zwar keine Currywurst im Darm, doch der urbane Charme unter der U-Bahnstation Eberswalder Straße ist unschlagbar und so schnabuliert man seine Currywurst Seite an Seite mit Studenten, Bauarbeitern und Szene-Volk zum Rattern der Züge. Bei "Curry 36" gibt's die Wurst auch im Darm, sie wird liebevoll von Hand geschnitten und den flapsigen Spruch mit Berliner Schnauze gibt’s umsonst dazu. Bei "Curry 195" serviert man zur leckeren Speise gerne mal Schampus und auch sonst kann es wegen den vielen russischen Gästen schnell recht dekadent zugehen.

Konnopke: Schönhauser Allee 44a, Prenzlauer Berg, Mo.–Fr. 6-20 Uhr, Sbd., 12–19 Uhr, Tel. 442 77 65; Romain- Rolland-Straße 16, Berlin-Heinersdorf, Mo - Fr. 7 - 19 Uhr

www.konnopke-imbiss.de

Curry 36: Mehringdamm 26, Kreuzberg, Mo.–Fr., 9–4 Uhr, Sbd. 10-4 Uhr So., 11–3 Uhr.

Curry 195: Kurfürstendamm 195, Charlottenburg, Mo.–Sbd. 11–5 Uhr, So., 12–5 Uhr, Tel. 881 89 42.

Austernbar im KaDeWe

Beim Thema schnelles Essen denken viele sofort an Döner, Gyros oder Currywurst. Nicht so in Charlottenburg und Umgebung. Denn die so genannten "Wilmersdorfer Witwen" investieren die Kriegspension ihrer gefallenen Gatten lieber in erleseneren Speisen. Statt sich die Schürze umzubinden und an den Herd zu stellen, behängen sie sich mit Perlen, schmücken sich mit Pelzen sowie ihren possierlichen Hunden im Hot-Dog-Format und treffen sich lieber zum Mittagsschmaus und -plausch in der "Austernbar" in der Feinschmeckeretage vom KaDeWe. Beim Schnellimbiss der Luxusklasse verschlingen sie dann die Austern dutzendweise und spülen den Rest mit Champagner runter. Das ist ein echter Augenschmaus!

Austernbar in der Feinschmeckeretage im KaDeWe, Tauentzienstraße 21–24, Charlottenburg, Mo.–Do., 10–20 Uhr, Fr., 10–21 Uhr, Sbd., 11.30–20 Uhr.

www.kadewe.de

Hühnerhaus

Zu jeder Tages- und Nachtzeit gibt’s beim "Hühnerhaus" am Görlitzer Park eine Warteschlange. Zuerst holt man sich sein halbes Hähnchen mit Pommes und dann legt man sich im Sommer glücklich und mit dickem Bauch in den Park. Die beliebte Geflügel-Vollkost-Mahlzeit verköstigt geschätzt jeden dritten Berliner Taxifahrer und weil sich hier auch noch fast die gesamte Kiezbevölkerung ernährt, kann es schon mal turbulent zugehen. So wie letztens, da fand beim "Hühnerhaus" ein Filmdreh statt, weswegen es kurzzeitig kein Essen gab. Die hungrigen Stammgäste drohten dem Drehteam daraufhin mit Schlägen, so dass der Dreh verschoben werden musste. Wenn’s ums Essen geht, kennen die Berliner kein Erbarmen.

Hühnerhaus, Görlitzer Straße 1 / Ecke Skalitzer Straße, Kreuzberg, tägl. 9–3 Uhr, Tel. 612 25 32.

Gyros – Zossener

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die "Gyros-Schale" für 7,50 Euro ist nicht zu schaffen. Selbst für ausgewachsene und ausgehungerte Männer stellt das Gericht eine Überforderung dar. Auf den perfekten Pommes und dem hervorragenden Tzaziki türmen sich Dutzenden Schichten zarten Lammfleischs in den Himmel. Am besten genießt man den lukullischen Genuss im Sommer nach einem Bummel über den Bergmannstraße-Kiez mit einem eiskalten Becks in der Hand. Während man dann genüsslich mit dem Fleischberg ringt, lässt man sich von dem dauerredenden Wirt zu texten. Danach sollte man übrigens das Küsse vermeiden – höchstens Ihr Partner steht auf Knoblauch.

Gyros, Zossener Straße 19, tägl. 12-24 Uhr

Burgermeister

Der „Burgermeister“ ist perfekt platziert im goldenen Kreuzberger Nightlife-Dreieck zwischen "Watergate", "Lido" und "Spindler & Klatt". Der Imbiss befindet sich im sanierten Toilettenhäuschen unter der U-Bahntrasse Schlesisches Tor und serviert den besten Burger der Stadt. Alles wird selbst gemacht und die Gäste haben eine Auswahl, die von Chili Burger bis Barbecue Burger reicht. Gerade frühmorgens bildet sich schnell mal eine Schlange vor dem kleinen Häuschen, denn auf dem Heimweg nach einer anstrengenden Clubnacht müssen sich die Raver nach all dem Wodka-RedBull und Jägermeister noch mal stärken. Wer noch Ausgehtipps für die Nacht sucht, ist hier auch richtig, denn die Nachteulen verraten einem gerne, in welchem Club noch etwas los ist.

Burgermeister, Oberbaumstr.8 , Kreuzberg, Mo.–Do., 11–2 Uhr, Fr./Sbd., 12–4 Uhr, So. 15–2 Uhr; Tel. 22 43 64 93

Bagdad

Fast gegenüber vom "Burgermeister" – im Schlemmerdreieck am Schlesischen Tor – befindet sich das "Bagdad". Hier gibt’s nicht nur den leckersten und knusprigsten Döner der Stadt, auch die orientalische Grillplatte mit Lammfleisch ist ein Gedicht. Außerdem gibt’s hier regelmäßig Partys. Einmal im Monat findet in dem Imbiss die legendäre "Sexy-Döner"-Sause statt, wo die DJs der Fat Tony Crew amtlich rocken und den Laden zum Kochen bringen. Die türkischen Döner-Betreiber sind daher absolut Party erfahren und sie können selbst bei volltrunkenen Nachtschwärmern mit Artikulationsschwierigkeiten noch die Bestellung erkennen.

Bagdad, Schlesische Straße 2, Kreuzberg, tägl. 0–24 Uhr; Tel. 612 69 62

Rogacki


"Rogacki" an der Wilmersdorfer Straße ist ein Feinkostgeschäft, das sich auf frischen Fisch spezialisiert hat. Allein die Auswahl an Lachs lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen und macht die Kaufentscheidung schwer. Ein besonderes Vergnügen ist der Einkauf zur Mittagszeit, denn dann kann man das Shoppen mit der Nahrungsaufnahme verbinden und den Mittagstisch genießen. Miesmuscheln, Austern, Krabben, dazu trockenen Weißwein oder Champagner. Auch sonst hat das Festmahl hohen Unterhaltungswert, wenn sich die Wilmersdorfer Haute Volée ein Stelldichein gibt: Dicke Rolex, Panzerketten, Brillantschmuck und Nerz zieren die Pensionistenscharen, die ihre Kukident-Hauerchen lustvoll schmatzend in den Krustentieren vergraben.

Rogacki, Wilmersdorfer Straße 145/146, Wilmersdorf, Mo.–Mi., 9–18 Uhr, Do., 9–19 Uhr, Fr., 8–19 Uhr, Sbd., 8–16 Uhr, Tel. 34 38 25-0, www.rogacki.de

Dada Falafel

Ein bisschen versteckt an der Touristenmeile Oranienburger Straße befindet sich "Dada Falafel". Der kleine Imbiss an der Ecke zur Linienstraße besticht nicht nur durch seine exzellenten (vegetarischen) Falafel, sondern vor allem auch durch die knackigen, frischen Zutaten, die leckeren Saucen und durch entspannte Jazz-Musik, die aus den Boxen perlt. Der Falafel-Laden ist meilenweit von einer öltriefenden Imbiss-Bude entfernt, das lockt nicht nur Gourmets an, sondern auch jede Menge Szene-Volk, das im Sommer auf den Bänken davor Hof hält, die ganztägige Sonnenbestrahlung genießt und seine Bionade in langsamen Zügen leert.

Dada Falafel, Linienstraße 132 / Ecke Oranienburger Straße, Mitte, tägl., 10–2 Uhr, Tel. 27 59 69 27.

Suppencult

Der Suppenladen befindet sich an der Ecke zur Marienburger Straße. Die Wände zieren Kunst und auf der wöchentlich wechselnden Karte befinden sich neben Suppen und Eintöpfen auch frischgepresste Säfte. Ein Genuss ist der englische Gemüse-Lamm-Eintopf, der so sättigend ist wie eine Hauptspeise und vom Magen aus sanft den ganzen Körper wärmt, die Fisch-Curry-Suppe hat eine zarte Schärfe und zergeht auf der Zunge und auch die Süßspeisen sind ein Gedicht, also noch ein bisserl Platz freihalten, etwa für den Grießbrei mit Kirschen. Und nicht vergessen: Suppen kann man durchaus auch im Sommer verspeisen.

Suppencult, Prenzlauer Allee 42, Prenzlauer Berg, Mo.–Fr., 11–20 Uhr, Sbd., 12–16 Uhr, Tel. 47 37 89 49

Witty‘s

Von wegen Bio-Fans können sich nicht ohne schlechtes Gewissen am Wurststand laben. Falsch, denn bei "Witty’s" am Wittenbergplatz werden selbst Öko-Fanatiker ein glückliches Grinsen im Gesicht bekommen. Die Imbissbude verwendet ausschließlich Bio-Produkte – vom Fleisch, über die Pommes bis zu den Saucen – und war die erste Bio-Imbissbude in Deutschland. Die Wurst ist zwar ein bisschen teurer (Currywurst mit und ohne Darm 3 Euro), dafür aber ein großartiges Geschmackserlebnis. Außerdem hat die Wurstbude auch sonst hohen Unterhaltungswert, denn hier bedienen oftmals Schwule und Transen – und zur Wurst gibt’s dann einen markigen Spruch dazu.

Witty’s, Wittenbergplatz 1, Schöneberg, Mo.–Do. 11-20.30 Uhr, Fr. 11-21.30 Uhr, Sbd. 11–20.30 Uhr, So. 12-19 Uhr, Tel. 211 94 94, www.wittys-berlin.de