25 Jahre Einheit

FDGB löst sich selbst auf

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2015 jährt sich die deutsche Einheit zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB), jahrzehntelang engster Verbündeter der ehemaligen Staatspartei SED, hat seine Selbstauflösung eingeleitet. Nach einer Krisensitzung am 9. Mai 1990 in Ost-Berlin verkündete der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft, Peter Rothe, den Beschluss des Gewerkschaftsvorstandes, einen außergewöhnlichen Gewerkschaftskongress einzuberufen, der die Auflösung beschließen soll.

Zur Begründung erklärte Rothe: „Der Dachverband in seinen bisherigen Strukturen kann die Herausforderungen der Zeit nicht mehr bewältigen. Der Begriff FDGB ist nach wie vor politisch diskreditiert.“ Er unterstrich, dass eine Interessenvertretung objektiv nicht mehr möglich sei. Bereits am 8. Mai hatte als erste Einzelgewerkschaft die IG Bergbau ihren Austritt aus dem alten Dachverband FDGB angekündigt.