25 Jahre Mauerfall

Michail Gorbatschow kritisiert die SED

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: dpa Picture-Alliance / dpa / picture-alliance/ dpa

Mit Schärfe hat der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow die SED-Politik der vergangenen Jahre verurteilt. „Lügen, Doppelmoral, Korruption und Gesetzlosigkeit sind immer Gift für den Sozialismus gewesen. Die Praxis hat mehr als einmal gezeigt, dass der Sozialismus keine Kluft zwischen Politik und Moral verträgt“, schrieb Gorbatschow am 16. Dezember 1989 an die SED-Führung. In der DDR habe das „administrative Kommandosystem“ jede Initiative von unten „erstickt“. Was sich über Jahre aufgestaut habe, sei nun in einem „reinigenden Gewitter“ losgebrochen.

Wie die Berliner Morgenpost berichtete, haben sich bei einer repräsentativen Umfrage des Magazins „Der Spiegel“ 71 Prozent der befragten 1032 DDR-Bürger dafür ausgesprochen, dass die DDR ein selbstständiger Staat bleibt. 27 Prozent wollten eine Wiedervereinigung.