25 Jahre Mauerfall

300.000 Menschen demonstrieren in Leipzig

Das Politbüro zeigt sich am 11. Oktober 1989 erstmals betroffen über die Fluchtwelle aus der DDR - und kündigt Änderungen an. Allzu schnell sollen die aber nicht kommen.

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Bei der bis dahin größten Protestdemonstration in der Geschichte der DDR nach dem 17. Juni 1953 sind am 23. Oktober 1989 in Leipzig mehr als 300.000 Menschen für Reformen und gegen eine Macht- und Ämteranhäufung friedlich auf die Straße gegangen. Auch in Ost-Berlin, Halle, Dresden, Magdeburg und Zwickau protestierten viele Tausende.

Einen Tag vor der Sitzung der Volkskammer zur Wahl des neuen SED-Chefs Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden des Verteidigungsrates wurden bei den Demonstrationen heftige Kritik an diesem Vorgehen laut. Eine Parole lautete deshalb: „Egon, wer hat uns gefragt?“

Das „Neue Forum“ und Demonstranten setzten sich in Unterschriftenaktionen dafür ein, dass Manfred Gerlach, der Chef der Liberal Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD), anstelle von Egon Krenz diese Ämter übernimmt.