25 Jahre Mauerfall

Erich Honecker wird von Egon Krenz abgelöst

Das Politbüro zeigt sich am 11. Oktober 1989 erstmals betroffen über die Fluchtwelle aus der DDR - und kündigt Änderungen an. Allzu schnell sollen die aber nicht kommen.

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Auf den enormen Druck durch die Massenproteste, die wachsenden Forderungen nach tiefgreifenden Reformen und die anhaltenden Massenfluchten reagierte die SED-Führung am 18. Oktober mit der Entmachtung des 77 Jahre alten Regierungschefs Erich Honeckers.

Sein Nachfolger wurde dessen Kronprinz Egon Krenz. Er sagte in einer Fernsehansprache, dass die SED „die gesellschaftliche Entwicklung im Lande in ihrem Wesen nicht real genug eingeschätzt und nicht rechtzeitig die richtigen Schlussfolgerungen gezogen“ hat. Mit dem Wechsel an der Spitze der SED „werden wir eine Wende einleiten, werden wir vor allem die politische und ideologische Offensive wieder erlangen“.

Der neue Parteichef stellte Erleichterungen bei West-Reisen in Aussicht. Gemeinsam mit Honecker wurden auch Wirtschaftsminister Günter Mittag und Propaganda-Chef Joachim Herrmann entmachtet.