25 Jahre Mauerfall

DDR-Führung verzichtet auf eine Amnestie

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

In der DDR wir es für verurteilte Straftäter keine Amnestie aus Anlass des Jahrestages der Staatsgründung am 7. Oktober geben. Das wurde am 24. September 1989 aus DDR-Regierungskreisen bekannt. In Ost-Berlin hieß es, das SED-Politbüro sei der Meinung, in der angespannten innenpolitischen Situation könnte eine Amnestie für politische Häftlinge als Zeichen der Schwäche verstanden werden. Außerdem wollte man mit einem Straferlass den Unmut in der Bevölkerung nicht weiter verstärken.

Bei der Generalamnestie 1987 wurden 25.000 Häftlinge vorzeitig entlassen. Vor allem die Freilassung einer Vielzahl krimineller Straftäter stieß in der Bevölkerung damals auf erhebliche Kritik. Der Unmut entzündete sich vor allem daran, dass die Amnestierten bevorzugt mit Wohnraum versorgt wurden, der in der DDR besonders knapp war.