25 Jahre Mauerfall

Sowjetische Führung sorgt sich um DDR-Zustand

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Die sowjetische Führung sei über die Vorgänge in der DDR alarmiert. Moskau befürchte, dass es angesichts des kompromisslosen Kurses der SED und der wachsenden Unzufriedenheit der Menschen „spätestens im Frühjahr“ 1990 zu Massendemonstrationen kommen könne, wurde am 14. September mit Bezug auf Geheimdienstquellen des Bundesnachrichtendienstes (BND) bekannt.

Der BND-Bericht enthielt eine Einschätzung der Situation durch den Leiter der Internationalen Kommission des Zentralkomitees, Valentin Falin, bei Gesprächen im Kreml. Dabei habe Falin gesagt, Moskau registriere mit Besorgnis, dass die „SED-Führung der von ihr verschuldeten Abwanderung im Grunde ohnmächtig und ratlos“ gegenüberstehe. Wegen der Entfremdung zwischen Moskau und der SED habe der Kreml „kaum Möglichkeiten“, in dieser Frage auf die SED-Führung einzuwirken.