25 Jahre Mauerfall

Bischof besorgt über Zustände

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

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Besorgt über die politische Entwicklung in der DDR hat sich der evangelische Bischof Christoph Demke aus Magdeburg geäußert. In der DDR-Bevölkerung seien Verdrossenheit und Misstrauen erneut gewachsen, stellte Demke am 6. September 1989 in einem Brief an die Gemeinden in der Kirchenprovinz Sachsen fest. Er kritisierte, dass die SED-gelenkten Medien das Bild von Harmonie und Erfolg vermittelten und die künftige Entwicklung nicht erörterten. Am gleichen Tag beantwortete das Zentralorgan der FDJ „Junge Welt“ eine Leseranfrage, warum sie nicht über die Demonstration in Leipzig berichtet habe, mit einem Kommentar. Darin hieß es: „Die Antwort ist einfach: Weil diejenigen, die sich im Anschluss an einen Gottesdienst zusammenrotteten, uns nicht informiert hatten, dass sie in Leipzig eine staatsfeindliche Aktion gegen die DDR anzetteln wollen.“