25 Jahre Mauerfall

Hilfe für die DDR nur bei Reformen

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

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Die DDR muss nach Ansicht des Deutschland-Experten der SPD, Egon Bahr, einen dritten Weg zwischen Reformbewegung in Osteuropa und dem Kapitalismus westlicher Prägung finden. Falls sich die DDR „als nicht reformfähig erweist“, werde sie „geschichtlich scheitern“, sagte Bahr am 30. August 1989 im ZDF-Politik-Magazin „Kennzeichen D“, das immer wieder kritisch über die Entwicklungen in beiden deutschen Staaten berichtete.

Wolle die DDR ein Abebben der Ausreise- und Fluchtwelle, werde sie „die Hauptlast der Arbeit tragen müssen“. Der SPD-Politiker sprach sich im Gegensatz zu Parteikollegen gegen eine massive Bonner Wirtschaftshilfe für die DDR aus. Wirtschaftshilfe sei eine zusätzliche Möglichkeit, einen bereits in Gang gesetzten Stabilisierungsprozess zu fördern. Sie sei aber kein Ersatz für eine Reformpolitik, sagte der Deutschland-Experte.