25 Jahre Mauerfall

DDR nicht mehr handlungsfähig

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Nach einer am 25. August 1989 veröffentlichten Untersuchung des Londoner Instituts für Strategische Studien ist die DDR, der nahezu letzte und wichtigste Staat des Ostblocks, der noch der reinen Lehre des Marxismus-Leninismus folgt, nicht mehr handlungsfähig. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Druck der außenpolitischen Ereignisse – die Veränderungen in der Sowjetunion – und der Druck, der von der eigenen Bevölkerung ausgeht, so groß geworden sind, dass die Ost-Berliner Führung um Erich Honecker in Lähmung verfallen wird. Sie ist nicht mehr handlungsfähig, weil ihre gesamte ideologische Grundlage infrage gestellt ist. In der Analyse wird nachgewiesen, dass die DDR ihr gesamtes staatliches Selbstverständnis so mit dem Marxismus-Leninismus verknüpft hat, dass ein Abweichen praktisch zur Selbstaufgabe wird – eine Konsequenz, zu der Politiker nie in der Lage sind.