25 Jahre Mauerfall

Ungarn erwägt politisches Asyl

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Nach Aussagen von Judith Todt, der Leiterin des Flüchtlingsbüros im ungarischen Innenministerium, vom 3. August 1989, erwägt die ungarische Regierung die Möglichkeit der Asylgewährung für DDR-Bürger. Damit wäre das Land der erste sozialistische Staat, der DDR-Bewohnern politisches Asyl gewährt und ihnen so die gefahrlose Ausreise in den Westen ermöglichen würde.

In der Deutschen Botschaft in Budapest hatten zu diesem Zeitpunkt inoffiziell 130 DDR-Bürger Zuflucht gesucht. Wie es im Auswärtigen Amt heißt, verlangen viele von ihnen einen bundesdeutschen Pass. Er wird ihnen nicht verwehrt, doch macht man die Ausreisewilligen darauf aufmerksam, dass sie mit diesem Dokument nicht in den Westen reisen können, weil der Einreisestempel und das nötige Visum fehlen. Ein Ausreiseversuch mit einem solchen Pass würde die Lage der Betroffenen erschweren, heißt es.