25 Jahre Mauerfall

Ein Jahr Haft für Ausreisewunsch

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

In der DDR und in Ost-Berlin hat es im ersten Halbjahr 1989 laut der Zentralen Beweismittel- und Dokumentationsstelle der Landesjustizverwaltungen (ZESt) in Salzgitter 674 Verurteilungen aus politischen Gründen gegeben. Die Urteile ergingen vor allem wegen Vergehens gegen den Paragrafen 214 des DDR-Strafgesetzbuches (Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit), berichtet der stellvertretende Leiter der Erfassungsstelle, Hans-Jürgen Grasemann, am 31. Juli 1989. Unter anderem wurde das Zeigen eines weißen Bandes an der Autoantenne als Zeichen des Ausreisewunsches mit einem Jahr Haft geahndet.

g18 Monate Haft gab es für die Aufschrift „Perestroika – befreit uns noch mal“ an einem sowjetischen Ehrenmal. Die ZESt nahm ihre Arbeit im November 1961 auf. Sie hatte die Aufgabe, in der DDR begangenes Unrecht zu sammeln und zu dokumentieren.