25 Jahre Mauerfall

Kirchenblätter tadeln evangelischen Bischof

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Die DDR-Kirchenpresse hat dem evangelischen Bischof von Greifswald, Horst Gienke, vorgeworfen, die Kirchenblätter anzuschwärzen. In der „Mecklenburgischen Kirchenzeitung“ heißt es am 30. Juli 1989, dass „die pauschalen Seitenhiebe wie ein Tritt vors Schienenbein“ gewirkt haben.

Gienke hatte in einem Brief an SED-Chef Honecker geschrieben, dass die Berichterstattung über die Dom-Einweihung „in unseren Medien korrekt, sachgemäß und breit erfolgte – im Unterschied zu manchen Zeitungen“. Das in DDR-Medien abgedruckte Schreiben passe „nicht so recht“ in die kirchenpolitische Landschaft, hieß es. Keine Rede davon, „dass es zu dem Gespräch zu Wehrdienst- und Erziehungsfragen noch nicht gekommen ist, da fällt kein Wort zu den Kommunalwahlen“. Von den Problemen, die viele Christen und Nichtchristen beschäftigten, scheine Gienke „nichts zu wissen“.