25 Jahre Mauerfall

Ungarn geht auf Reformkurs

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Die ungarischen Kommunisten hatten sich darauf eingestellt, nach den Parlamentswahlen 1990 nicht mehr die gesamte Macht auszuüben. In einem Interview des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“ (ND) vom 28. Juli 1989 unterstrich KP-Generalsekretär Karoly Grosz den in seinem Land begonnenen Demokratisierungsprozess.

Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein führender ungarischer Reformpolitiker seine Gedanken im ND darlegen konnte. Die SED lehnte die von der Sowjetunion, Polen und Ungarn verfolgte neue Politik für ihren Machtbereich bis dahin strikt ab. Auf die Wirtschaftspolitik angesprochen hob Grosz den neuen marktwirtschaftlichen Kurs hervor. Es sei Absicht der USAP, Ungarn an die entwickelten Länder anzuschließen. Sein Land sei zwar „engagiertes Mitglied des Warschauer Paktes“, trete aber für die „Auflösung der militärisch-politischen Bündnisse ein“.