25 Jahre Mauerfall

Übersiedler sind häufig krank

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Die gesundheitliche Verfassung der Aus- und Übersiedler ist katastrophal. Das hat eine Befragung unter 2000 Angehörigen dieses Personenkreises durch die Arbeitsgemeinschaft ost- und mitteldeutscher Aus- und Übersiedler ergeben, deren Ergebnisse am 27. Juli 1989 in Bonn vorgestellt wurden.

In Berlin wohnen insgesamt 12.000 Aus- und Übersiedler in Containern und Heimen. Laut Befragung leiden zwei Drittel unter Depressionen, jeder Zehnte müsse als selbstmordgefährdet gelten. Jeder zweite der Aus- und Übersiedler klagte über Nervosität, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Ein Viertel der Menschen leidet unter ständigen Schuldgefühlen. Nach Aussagen des CDU-Politikers Dieter Pritz seien die Lebensbedingungen und die hygienischen Verhältnisse in vielen der 228 Berliner Übergangswohnheimen katastrophal. Oft gebe es für 50 bis 70Personen nur eine Toilette.