25 Jahre Mauerfall

DDR-Presse rügt Mangelwirtschaft

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Wie die West-Medien am 22. Juli 1989 berichten, hat die DDR-Presse tags zuvor die unzureichende Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern kritisiert. Unter anderem fehlen in einigen Kreisen Obst, Gemüse und Frischfleisch sowie Ersatzteile aller Art. Lieferrückstände gibt es nach Angaben des DDR-CDU-Blattes „Neue Zeit“ etwa in den Kombinaten für Oberbekleidung, für Schuhe und Möbel. Der Vorsitzende des Ost-Berliner Wirtschaftsrates, Fritz Schmaler, sagte in der „Berliner Zeitung“, dass sich der Wirtschaftsrat künftig gerade jenen Betrieben widmen müsse, die „die berühmten 1000 kleinen Dinge produzieren: Drahtbürsten, Schleifpapier, Pinsel, Besen, Schlösser. Hier ist mehr zu tun“. Die Liste der Mangel-Produkte wird von Provinzzeitungen ergänzt. So ist auch die ausreichende Versorgung mit Wurst, Brot, Milch und Molkereiprodukten keineswegs überall gewährleistet.