25 Jahre Mauerfall

Ost-Berliner „Weltbühne“ für Demokratisierung

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Für eine klare Abgrenzung der Kompetenzen zwischen dem Staatsapparat und den örtlichen Volksvertretungen in der DDR hat sich die Ost-Berliner Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ in ihrer am 19. Juli 1989 erschienenen Ausgabe ausgesprochen. In einem Beitrag mit dem Titel „Demokratie im Territorium“ wird für mehr Demokratisierung im System der kommunalen Volksvertretungen plädiert. Außerdem werden die üblichen vorprogrammierten Debatten und die Praxis kritisiert, vom Staatsapparat vorgegebene Entscheidungen einfach „abzusegnen“. In ungewöhnlicher Form wird kritisiert, dass die Staatsorgane immer wieder in Entscheidungen eingriffen, für die nur die örtlichen Volksvertretungen entscheidungsbefugt seien. Die örtlichen Volksvertretungen standen anlässlich der Kommunalwahlen vom 7. Mai mehrfach im Brennpunkt der Kritik von kirchlichen Gruppen.