25 Jahre Mauerfall

Anwaltschaft verweigert Gysi Akteneinsicht zur Kommunalwahl

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

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Die Ost-Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat dem Vorsitzenden des DDR-Rechtsanwaltskollegium, Gregor Gysi, Akteneinsicht in die offizielle Auszählung der Kommunalwahlen vom 7. Mai verweigert. Das wurde am 18. Juni 1989 nach Informationen des ZDF bekannt. Demnach hatte der Ost-Berliner Pfarrer Rainer Eppelmann Gysi mit Nachforschungen beauftragt. Zuvor hatte Eppelmann die Leiterin des Wahlkreises Friedrichshain wegen des Verdachts der Wahlfälschung angezeigt, war jedoch von der Staatsanwaltschaft abgewiesen worden.

In Ost-Berlin hieß es, mehreren SED-Mitgliedern drohe ein Parteiausschlussverfahren, falls sie weiter die Richtigkeit des Wahlergebnisses in Zweifel zögen. Wie bekannt wurde, gab es an der Kunsthochschule fast 50 Prozent Gegenstimmen gegen den Wahlvorschlag der Nationalen Front. Offiziell gibt die SED aber 98,85 Prozent Zustimmung an.