25 Jahre Mauerfall

Ost-Berliner machen Geschäfte mit der Mangelwirtschaft

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

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Die Ost-Berliner Wochenzeitung „Wochenpost“ hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa vom 28. Juni 1989 Inserenten ihres Blattes gerügt, die Engpässe und Versorgungslücken zur persönlichen Bereicherung auszunutzen.

So bevorzuge etwa der Eigentümer von Ferienwohnungen an der Ostsee Gäste mit Auto, die bei Bauarbeiten und der Beschaffung von Fliesen und Parkett helfen. „Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes betreibt keine spekulativen Geschäfte mit Mangelwaren, sie leidet darunter“, heißt es in der „Wochenpost“.

Zu den Sachen, die es manchmal nicht gebe, zählten Kaffeefiltertüten, Nagellackentferner, Mottenpulver. „Meist sind es Pfennigartikel, die fehlen, und die einem die Freude am Alltag des Sozialismus trüben können.“ Gründe seien subjektive Mängel, Schlampereien oder schlechte Transport-Koordination.