25 Jahre Mauerfall

SED-Politbüro rügt Hans Modrows liberale Politik in Sachsen

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Das Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) hatte ihren Parteichef des Bezirks Dresden, Hans Modrow, öffentlich gerügt: Die Partei habe im östlichen Sachsen nach Angaben der DDR-Führung zu wenig Durchschlagskraft. Außerdem habe sie zu wenig gegen „bürgerliche und feindliche Auffassungen“ getan, ging aus dem Bericht des SED-Politbüros hervor, der am 23. Juni 1989 im Parteizentralorgan „Neues Deutschland“ veröffentlicht wurde.

In Dresden fand im Februar 1988 eine große Demonstration von Ausreisewilligen statt. Zudem ist die Zahl derer, die in den Westen ausreisen wollen, dort besonders hoch. Hans Modrow galt als eher liberaler SED-Politiker, dem die Bevölkerung viel Sympathie entgegenbrachte. Der damals 61-Jährige – seit 1973 SED-Sekretär des Bezirks Dresden – galt lange Zeit als möglicher Nachfolger für DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker.