Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal hat man den Eindruck, in Berlin gehe vor lauter Zukunftsvisionen gar nichts voran. Man liest morgens die Nachrichten und erfährt von großen Plänen von Weltausstellung bis Olympia. Dann geht man zur Tram. Sie fährt nicht, kaputt. Im Slalomlauf zwischen Schlaglöchern und ungeleerten Mülleimer schafft man es zur Busstation – doch der Bus kommt erst in 20 Minuten, zu wenig Personal. Ja, in Berlin klappt auch so manches: In den Bürgerämtern ist es, wie man hört, sogar besser geworden. Aber allzu hochfliegenden Plänen gegenüber ist man doch skeptisch.

U-Bahn
Bei der U-Bahn heißt es: warten. © Jörg Carstensen/dpa | Jörg Carstensen

Sollte nicht auch das U-Bahnnetz ausgebaut werden? Da hatte sich der schwarz-rote Senat doch einiges vorgenommen: die Verlängerung der U7 über die Endhaltestellen Spandau und Rudow hinaus, der Ausbau der U8 ins Märkische Viertel, eine ganz neue U-Bahnlinie vom Alex bis nach Karow und Buch: all das steht auf dem Wunschzettel. „Es dürfte aber für viele Jahre eher bei Wünschen bleiben“, schreibt der Kollege Joachim Fahrun. Denn der Haushaltsplanentwurf des Senats sieht dafür nur sehr geringe Mittel vor.“

Immerhin: Der Weiterbau der U3 von der Krummen Lanke zum Mexikoplatz ist finanziert. Der Senat bemüht sich um 160 Millionen Euro, hofft dabei aber auf Unterstützung des Bundes. Das gilt auch für andere Projekte, etwa für den Waisentunnel in Mitte, über den die BVG ihre U-Bahnwagen zur Werkstatt an der Seestraße bringen kann. Der Tunnel ist seit 2016 gesperrt und dringend sanierungsbedürftig. Merke: Wer sich viel wünscht, sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Den vollständigen Bericht lesen Sie hier.

Was sonst noch wichtig ist

Stadtquartier der Superlative. Mit 900 Wohnungen sind die Marienhöfe in Tempelhof eines der größten Neubauprojekte in Berlin. Julia Lehmann hat sich umgesehen.

Prozess um mögliche Remmo-Strohfrau. Nina O. soll Immobilien mit Geld aus Straftaten erworben haben. Es geht um 500.000 Euro – und den Kampf gegen kriminelle Clans. Dennis Meischen berichtet aus dem Landgericht Berlin.

Drei Tage feiern ohne Alkohol. Das „OkSoberfest“ in Prenzlauer Berg will Menschen zusammenbringen, die auch ohne Bier und Sekt fröhlich sein können. Laura Wagener hat nachgefragt.

Starten Sie gut in den Donnerstag!

Ihr Felix Müller,
Leitender Redakteur

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