Die Berliner Polizei hat die pro-palästinensische Demonstration am Alexanderplatz am Dienstagabend verboten. Das bestätigte Sprecherin Anja Dierchke der Berliner Morgenpost auf Nachfrage. Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.
Morgenpost Späti
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Schon im Aufruf zur Demo vom Sonntag war der Überfall der Hamas auf Israel, der sich am 7, Oktober zum zweiten Mal jährt, glorifiziert worden. Die Kämpfer der Hamas wurden darin unter anderem als „heldenhaft“ und „mutig“ glorifiziert und den Terroranschlag vor zwei Jahren als „gerechtfertigt“ bezeichnet. Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts der Belohnung und Billigung von Straftaten ein.
Die islamistische Terrormiliz drang damals aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet vor und tötete fast 1200 Menschen – überwiegend Zivilisten. Unter anderem stürmten die Kämpfer ein Musikfestival sowie mehrere Siedlungen. 250 Menschen wurden als Geiseln nach Gaza verschleppt, von denen 48 noch in der Gewalt der Hamas sind. Mit dem erklärten Ziel, die Terrormiliz zu zerstören und die restlichen Geiseln zu befreien, griff die israelische Armee daraufhin den Gaza-Streifen an. In fast zwei Jahren Krieg sind nach Angaben der Hamas, die den schmalen und dicht besiedelten Küstenstreifen nach wie vor kontrolliert, bereits 66.000 Menschen getötet worden.
Demonstranten blockierten Kreuzung in Friedrichshain
Bereits ab dem frühen Morgen hatte es mehrere Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen für die Opfer des 7. Oktober 2023 und die Geiseln gegeben. Dabei lief nach Auskunft von Polizeisprecherin Dierschke alles störungsfrei. Am Morgen gegen 8 Uhr hatten allerdings knapp 40 Personen die Kreuzung Warschauer Straße und Mühlenstraße in Friedrichshain blockiert. Dabei zündeten sie auch Pyrotechnik und hielten Transparente hoch.
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Laut Polizei sei jedoch kein Schaden entstanden und niemand verletzt worden. 17 Menschen wurden den Angaben nach festgenommen, teils wegen Rufens verbotener Parolen, teils wegen Nötigung im Straßenverkehr. Der Verkehr wurde gegen 11 Uhr wieder freigegeben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen augenscheinlich aus dem pro-palästinensischen Spektrum.