Berlin. Die Berliner Volleyballer überrollten Friedrichshafen mit 3:0. Trotzdem waren die Volleys mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden.

Die Berlin Volleys haben ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Bei ihrem Vorhaben, im nächsten Jahr alleiniger Rekordmeister im deutschen Volleyball zu werden, überrollten sie in der Bundesliga am Freitagabend auswärts den mit 13 Titelgewinnen noch gleichauf liegenden VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:21, 25:19, 25:20). Doch die Akteure der Berliner fanden nach dem Match noch Anlass zur Selbstkritik. „Eigentlich“, sagte ihr Zuspieler Johannes Tille, „müssen wir auch mal einen ganzen Satz lang richtig Gas geben. Das haben wir in dieser Saison bisher nicht geschafft.“

Zweifellos gönnten sich die BR Volleys im Verlauf der nur 73 Minuten dauernden Partie auch Nachlässigkeiten, so etwa im ersten Satz, als sie schnell 9:3 vorn lagen, aber bei 17:18 erstmals ins Hintertreffen gerieten. „Bei einem komfortablen Vorsprung verlieren wir manchmal unsere Energie“, meint Kapitän Ruben Schott. Er fordert: „Das müssen wir abstellen.“

Tille: "Friedrichshafen fehlte die Kraft"

Dass Friedrichshafen bereits 48 Stunden zuvor ein schweres Fünf-Satz-Match bei der SVG Lüneburg (2:3) bestritten hatte, war auch Johannes Tille bewusst. „Am Ende fehlte dem VfB gegen uns die Kraft“, bemerkte er. Aber auch die BR Volleys haben eine stressige Woche hinter sich mit drei Auswärtsspielen in nur sechs Tagen, dabei legte das Team rund 3000 Reisekilometer im Bus zurück. Erfolgreich war diese Tortur für die Berliner allemal: Gleich zum Auftakt hatten sie nämlich eine knappe Woche zuvor ebenfalls beim VfB Friedrichshafen gewonnen, und zwar mit 3:2 im DVV-Pokal-Achtelfinale.