Berlin. Berlin bietet zahlreiche Veranstaltungen und Orte, die an die deutsche Wiedervereinigung erinnern. Darunter auch ungewohnte.

Die Teilung zwischen Ost- und Westdeutschland war nirgends so spürbar wie in Berlin. Dementsprechend lässt sich der Geist der Wiedervereinigung in der Hauptstadt besonders gut nachempfinden. Die Berliner Morgenpost listet fünf Möglichkeiten auf, wo Sie den Tag der Deutschen Einheit begehen können.

Bernauer Straße

Wohl kaum ein Ort in Berlin erinnert so stark an die Mauer, an Fluchtversuche und an das ungnädige Grenzregime der DDR: Wer aus der U-Bahnhaltestelle Bernauer Straße kommt, dem begegnet das weltweit bekannte Bild des fliehenden Grenzsoldaten an einer Hauswand. Rostig-aussehende Stelen ziehen sich entlang der Bernauer Straße Richtung Nordbahnhof und gehen ab Ackerstraße in die Reste der Berliner Mauer über.

Die Reste der Berliner Mauer an der Bernauer Straße erinnern an das tödliche Grenzregime der DDR.
Die Reste der Berliner Mauer an der Bernauer Straße erinnern an das tödliche Grenzregime der DDR. © FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

An Informationstafeln auf dem Gelände des ehemaligen Todesstreifens können sich Interessierte in die Historie der deutschen Teilung einlesen. Im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt eine Sonderausstellung noch bis zum 30. Oktober Fotografien über das Notaufnahmelager Marienfelde.

Bornholmer Straße

„Es tritt nach meiner Kenntnis...ist das sofort, unverzüglich“. Die legendäre Pressekonferenz, auf der Günter Schabowski, Mitglied des SED-Politbüros, die konfusen Worte zur Reisefreiheit verkündete, war der Ausgangspunkt für eine nicht mehr einzugrenzende Bewegung der Menschen in der DDR.

Zur Feier des historischen Moments eine innige Umarmung: Der Grenzübergang Bornholmer Straße.
Zur Feier des historischen Moments eine innige Umarmung: Der Grenzübergang Bornholmer Straße. © imago/BRIGANI-ART | imago stock

Am Grenzübergang Bornholmer Straße strömten Tausende Richtung West-Berlin. Die Bilder von Menschen auf Trabis, Menschen mit Koffern und Freudentränen in den Augen gingen um die Welt. Heute erinnert eine Bilderausstellung an der Bösebrücke an die emotionsgeladenen Tage an der ehemaligen Grenze.

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Museumsfest im Tränenpalast

Der Titel wurde nicht zufällig ausgewählt: Der Tränenpalast verdankt seinen Namen den vielen traurigen Verabschiedungsmomenten von DDR-Bürgerinnen und Bürger, die aus der damaligen Abfertigungshalle an der Friedrichstraße den Weg nach West-Berlin antraten.

Der Tränenpalast an der Friedrichstraße repräsentiert eindrücklich die Teilung zwischen Ost- und West-Berlin.
Der Tränenpalast an der Friedrichstraße repräsentiert eindrücklich die Teilung zwischen Ost- und West-Berlin. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Am 3. Oktober lässt sich im Rahmen des Museumsfestes im Tränenpalast in die Vergangenheit eintauchen. Zwischen 10 und 18 Uhr werden Theater, Einführungen in die Dauerausstellung und Bahnhofsrundgänge für junge und ältere Besuchende angeboten.

Tag der offenen Tür in den Landesvertretungen

Die Einheit Deutschlands ist nicht ohne die Verschiedenartigkeit der unterschiedlichen Bundesländer zu verstehen. Am Dienstag laden sieben Landesvertretungen – Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein – zum Tag der offenen Tür ein.

Auch die Landesvertretung von Schleswig-Holstein und Niedersachsen laden zum Kennenlernen der jeweiligen Bundesländer ein.
Auch die Landesvertretung von Schleswig-Holstein und Niedersachsen laden zum Kennenlernen der jeweiligen Bundesländer ein. © picture alliance / Shotshop | K-H Spremberg

In den Ministergärten der jeweiligen Landesvertretungen stellen sie zwischen 11 und 18 Uhr ihr Bundesland vor. Der Eintritt ist kostenlos.

Tag der offenen Moschee

Weiterhin im Zusammenhang mit der deutschen Einheit nicht wegzudenken sind die migrantischen Gruppen, die schon damals Teil der Gesellschaft waren. Aus diesem Grund veranstalten die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland den Tag der offenen Moschee.

In der DITIB Şehitlik Moschee in Neukölln lädt auch dieses Jahr ein, die Moschee zu besichtigen und die islamische Religion kennenzulernen.
In der DITIB Şehitlik Moschee in Neukölln lädt auch dieses Jahr ein, die Moschee zu besichtigen und die islamische Religion kennenzulernen. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Durch Führungen, Vorträge, Ausstellungen oder Beisammensitzen wollen die Moscheen ihre Religion präsentieren und Begegnungsmöglichkeiten schaffen. In Berlin nimmt eine Vielzahl an Moscheen teil.

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