Berlin. Im Kombibad Wedding wurde erneut ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma angegriffen. So reagieren die Berliner Bäder-Betriebe.

Die Serie gewaltsamer Zusammenstöße in den Berliner Bädern reißt nicht ab. Am Montagnachmittag wurde nun ein Sicherheitsmitarbeiter im Kombibad Seestraße in Wedding von Unbekannten angegriffen und verletzt. Laut Zeugenaussagen sei der 19 Jahre alte Security-Mann gegen 17 Uhr an den Umkleiden des Kombibads zunächst mit einem Unbekannten in einen Streit geraten.

Im Verlauf der Auseinandersetzung zog der Unbekannte dann ein Messer. Als der 19-Jährige den Bereich der Umkleide im Anschluss verlassen habe, sei er von weiteren Personen angegriffen worden, wie die Polizei mitteilte. Sie verletzten ihn durch Schläge und Tritte am Kopf. Der Sicherheitsmitarbeiter erlitt dadurch Verletzungen an der Schläfe und an seiner Hand. Alarmierte Rettungskräfte versorgten ihn noch vor Ort. Die mutmaßlichen Täter sind flüchtig, die Polizei ermittelt.

Berliner Bäder-Betriebe: Rund 1,5 Millionen Euro für private Sicherheitsfirmen

Auf Anfrage wollten sich die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) nicht zu dem Vorfall und dem Angriff auf ihren Vertragspartner äußern. Neben einer Schlichtung von Streitigkeiten im Rahmen des Konfliktlotsen-Projekts „Cool am Pool“ setzen die BBB dabei schon seit Jahren an warmen Tagen zahlreiche Wachleute von privaten Sicherheitsfirmen ein. 1,5 Millionen Euro werden dafür pro Jahr ausgegeben.

In den zurückliegenden Wochen kam es trotz dieser Vorkehrungen aber – wie in den Vorjahren auch – immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Polizeieinsätzen. Am vergangenen Montag erst eskalierte ein Streit zwischen zwei Jugendlichen und zwei Bademeistern im Sommerbad Pankow.

Als vier Wachleute hinzukamen, sollen 30 Jugendliche herbeigeeilt sein. Es kam zur Schlägerei. Ein Großteil der Gruppe flüchtete, bevor die Polizei eintraf. Vor zwei Wochen war es im selben Bad ebenfalls zu einer Massenprügelei gekommen. Die BBB reagierten unter anderem mit dem Schließen von Rutschen und Sprungtürmen in den Freibädern Pankow und Neukölln.

Polizei Berlin: Mobile Wachen an Freibädern

Vor ausgewählten Freibädern sollen im Sommer zudem nun ab und zu sogenannte mobile Wachen der Polizei stehen. Dabei handelt es sich um eine Art kleine Polizeiwache auf Rädern, also Polizeibusse, die im Innenraum mit Stühlen, Schreibtisch und Laptops ausgestattet sind.

Diese mobilen Wachen werden seit einigen Jahren in Parks, vor Bahnhöfen oder an problematischen Orten mit viel Kriminalität positioniert, „um Präsenz zu zeigen und ansprechbar zu sein“, wie die Polizei es formuliert.