Rechtsextremismus

Antisemitischer Angriff auf Rabbiner: Öffentliche Fahndung

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei.

Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Rund vier Monate nach einem antisemitischen Übergriff gegen einen Rabbiner in Berlin fahndet die Polizei mit Fotos nach dem Täter. Gefragt wird nach der Identität oder dem Aufenthaltsort eines abgebildeten Verdächtigen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Bilder, die offensichtlich aus einem U-Bahnhof stammen, zeigen einen stämmigen, dunkelhäutigen und schwarzhaarigen Mann in Jeans und Daunenweste, der eine Treppe hinunter geht.

Berlin/Potsdam (dpa/bb). Rund vier Monate nach einem antisemitischen Übergriff gegen einen Rabbiner in Berlin fahndet die Polizei mit Fotos nach dem Täter. Gefragt wird nach der Identität oder dem Aufenthaltsort eines abgebildeten Verdächtigen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Bilder, die offensichtlich aus einem U-Bahnhof stammen, zeigen einen stämmigen, dunkelhäutigen und schwarzhaarigen Mann in Jeans und Daunenweste, der eine Treppe hinunter geht.

Der Potsdamer Rabbiner Ariel Kirzon war am 13. September 2022 in Berlin-Mariendorf von einem Mann antisemitisch beleidigt und an der Schulter angerempelt worden. Er war damals mit seinem Sohn unterwegs und telefonierte auf Hebräisch. Seine Kleidung habe gezeigt, dass er Jude war, sagte er nach dem Vorfall. „Ich war also eindeutig als Jude zu erkennen, als mich plötzlich ein arabisch aussehender Mann beschimpfte und angriff. Er schrie „Jude“, hob die Hände, fasste mich an. Jeden Moment dachte ich, er schlägt zu“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Später sagte Kirzon, er überlege, auf der Straße nicht mehr Hebräisch zu sprechen und spezielle Teile seiner Kleidung nicht mehr zu zeigen. Vor drei Jahren sei er schon einmal angegriffen worden.

Bei der Jüdischen Gemeinde in Potsdam löste der Vorfall Unsicherheit aus. Die Gemeinde hat etwa 500 Mitglieder. In Potsdam sitzt auch das Abraham-Geiger-Kolleg, das Rabbiner ausbildet. Am Gemeindehaus sei nach dem Anschlag in Halle die Sicherheit erhöht worden, hieß es. Es gebe einen Zaun, Betonblöcke, Videokameras und Alarmsysteme. Politiker verurteilten die Tat.

( © dpa-infocom, dpa:230125-99-353609/3 (dpa) )