Thermometersiedlung

Prozess um gewaltsamen Tod von Kaan Ö. startet im Juni

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Nach dem Tod des Abiturienten Kaan Ö. erinnerten Blumen, Fotos und Kerzen auf der Tischtennisplatte an ihn, an der er erstochen wurde.

Nach dem Tod des Abiturienten Kaan Ö. erinnerten Blumen, Fotos und Kerzen auf der Tischtennisplatte an ihn, an der er erstochen wurde.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Vor einem Jahr wurde der 18-jährige Kaan Ö. in der Lichterfelder Thermometersiedlung erstochen. Im Sommer soll nun der Gerichtsprozess starten.

Berlin.  Der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 18-Jährigen in der Lichterfelder Thermometersiedlung vor einem Jahr soll erst im kommenden Juni beginnen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft aus dem Juli 2022 wurde zur Hauptverhandlung zugelassen, und es liege ein Eröffnungsbeschluss vor, wie eine Sprecherin des Berliner Landgerichts auf Anfrage sagte.

Die Anklage richtet sich gegen einen heute 21-Jährigen. Er steht im Verdacht, Kaan Ö. in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2022 in einer Grünanlage an der Réaumurstraße mit einem Messer so schwer verletzt zu haben, dass der später im Krankenhaus starb. Der damals noch 20 Jahre alte mutmaßliche Täter wurde am Folgetag festgenommen und saß zunächst in Untersuchungshaft.

Daraus wurde er jedoch bereits Anfang März wieder entlassen. Zwar galt er zunächst weiter als dringend tatverdächtig, allerdings erließ das Gericht gegen den Willen der Staatsanwaltschaft Haftverschonung. Strenge Meldeauflagen wurden als ausreichend dafür angesehen, die Fluchtgefahr zu bannen.

Gegen 21-Jährigen liegt kein dringender Tatverdacht mehr vor

Mittlerweile sind laut der Gerichtssprecherin auch der Haftbefehl und die Haftverschonung aufgehoben worden. Gegen den 21-Jährigen liege kein dringender sondern nur noch ein hinreichender Tatverdacht vor. Das bedeutet, dass es nur noch als wahrscheinlich angesehen wird, dass er verurteilt wird und nicht mehr von einer großen Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs ausgegangen wird.

Hintergrund der Bluttat soll der Streit um ein Mädchen gewesen sein. Kaan Ö. und sein Kontrahent hatten sich an einer Tischtennisplatte am südlichen Rand der Thermometersiedlung angeblich zu einem Duell um die Ehre verabredet. Der Täter hatte ein Messer dabei, das Opfer nach Angaben seiner Freunde nicht. Auch damit, dass sein Kontrahent bewaffnet sein könne, soll der Getötete nicht gerechnet haben.

Die Gruppe um den Tatverdächtigen wurde kurz darauf unweit des Orts am Bahnhof Lichterfelde Süd festgenommen. Die Feuerwehr wurde um 1.16 Uhr alarmiert. Da der Rettungswagen allerdings zunächst zu einer falschen Adresse fuhr, konnte Kaan Ö. erst um 2.23 Uhr im Krankenhaus eingeliefert werden, wo er schließlich seinen Verletzungen erlag. Ein Brunnen soll an den getöteten Abiturienten erinnern.

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