Organisierte Kriminalität

Slowik: 40 kriminelle Autovermietungen in Berlin

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik gab am Montag Auskunft über kriminelle Autovermietungen.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik gab am Montag Auskunft über kriminelle Autovermietungen.

Foto: Maurizio Gambarini / Funke Foto Service

In Berlin gibt es laut Polizei derzeit 40 Autovermietungen, die der Organisierten Kriminalität zu Fahrzeugen verhelfen.

Berlin.  Die Polizei geht davon aus, dass es derzeit 40 Personen oder Autovermietungen mit explizitem Bezug zur Clankriminalität in Berlin gibt. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie seien ein wesentlicher Bestandteil der Organisierten Kriminalität und würden Straftäter mit Autos versorgen, die sie für ihre kriminellen Machenschaften brauchen würden.

„Durch undurchsichtige Mietverträge ist die Feststellung des eigentlichen Fahrers schwer“, so Slowik weiter. Es gebe „vielschichtige und unübersichtliche Strukturen“. Die Wagen würden entweder für Profilierungsfahrten, als sogenannte Koks-Taxis oder im Zusammenhang mit anderen Verbrechen etwa als Fluchtauto genutzt.

Beim Überfall auf eine Postbankfiliale in Wilmersdorf im Sommer 2022 fuhren die Täter mit einem Wagen davon, der einem wegen Versicherungsbetrugs inhaftierten Vermieter gehörte. Der steuerte seine Geschäfte aus der Justizvollzugsanstalt Tegel – unter anderem über das Telefon der Gefangenenzeitschrift „Lichtblick“, wo er zur Redaktion gehörte, die daraufhin vorsorglich geschlossen wurde.

Zum Teil haben Privatpersonen viele Autos auf sich zugelassen

Laut Slowik läuft die dubiose Autovermietung nach drei Geschäftsmodellen. Entweder würde eine Firma über einen gewissen Fahrzeugpool verfügen und diesen normal vermieten – allerdings dabei auf die Vorlage von Kreditkarten und Führerschein verzichten.

Mitunter hätten auch Privatpersonen mehrere Wagen auf sich zugelassen, die sie an Kriminelle abgeben. Oder das Geschäft laufe anonym über Internetplattformen. Die Polizei arbeite gemeinsam mit Versicherungen, seriösen Leasingfirmen und dem Zoll daran, das Phänomen zu bekämpfen, so die Polizeichefin. „Gerade das Steuerstrafrecht gehört dabei zu den wichtigsten Instrumenten.“

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