Berlin-Wahl 2023

Heinz Buschkowsky (SPD) wirbt für Stefanie Bung (CDU)

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Unterstützung im Wahlkampf: Der ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hat an einer Bürgersprechstunde der Landespolitikerin Stefanie Bung (rechts) in Berlin-Schmargendorf teilgenommen.

Unterstützung im Wahlkampf: Der ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hat an einer Bürgersprechstunde der Landespolitikerin Stefanie Bung (rechts) in Berlin-Schmargendorf teilgenommen.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Der frühere Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, spricht sich für einen Regierungswechsel in Berlin aus.

Berlin.  Er galt als Förderer und Ziehvater von Franziska Giffey, nun stellt er sich gegen sie: Neuköllns früherer SPD-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky unterstützt die CDU in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs um das Rote Rathaus. Am Freitagabend nahm der 74-Jährige an einer Bürgersprechstunde der CDU-Politikerin Stefanie Bung in Schmargendorf teil. Es war nicht das erste Mal, dass der Ex-Politiker und die Abgeordnete öffentlichkeitswirksam zusammen auftraten.

Rund 30 Menschen saßen an diesem Abend dicht an dicht in dem CDU-Wahlkreisbüro an der Warnemünder Straße, als Buschkowsky erzählte, wie es zu dieser etwas anderen Unterstützung gekommen war. Alles begann am politischen Aschermittwoch 2020 des CDU-Ortsverbands Schmargendorf. Bung als CDU-Ortschefin hatte ihn damals in die Filmbühne am Steinplatz eingeladen. „Ich habe zugesagt, aber nur wenn es Buletten und Kartoffelsalat gibt“, sagte Buschkowsky. Und so sei es gekommen. Man habe ihm zugesichert, es gebe das gewünschte Essen, also ging er hin, und seitdem bestehe ein „lockerer Kontakt“.

Buschkowsky: Heute gelte er als „rechter Sozi“

Nur ein Jahr später zeigte sich Buschkowsky erneut in CDU-Kreisen, dieses Mal bei der Eröffnung des Wahlkreisbüros von Bung. Vor der Wahl 2021 unterstützte er sie dann ähnlich wie an diesem Freitag bei einer Bürgersprechstunde. „Ich hätte nie gedacht, dass zwischen uns kein Blatt Papier passt“, so Stefanie Bung.

Zu seiner Motivation sagte Buschkowsky, die SPD habe sich aus seiner Sicht stark verändert, seit er 1973 in die Partei eingetreten ist. Früher sei die SPD eine Partei für alle Menschen gewesen. Es habe viele Mitglieder aus dem Berliner Arbeitermilieu gegeben, heute säßen hingegen viele Zugezogene bei der SPD. Zudem kritisiert er, dass der Partei die Diskussionsfähigkeit abhanden gekommen sei.

Innerhalb der SPD sorgt der Auftritt für Unmut

Heute gelte er mit seinen Ansicht als „rechter Sozi“. „Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich auch eine andere Partei nehmen können“, sagte er. Innerhalb der SPD sorgte der Auftritt Buschkowskys für Unmut. Öffentlich wollten Parteimitglieder den Auftritt allerdings nicht weiter kommentieren, um ihm keine weitere Plattform zu schaffen, hieß es aus SPD-Kreisen. Pikant dabei ist vor allem, dass Bung bei der Wahl 2021 nur knapp dem SPD-Kandidaten Florian Dörstelmann im Kampf um den direkten Einzug ins Abgeordnetenhaus unterlag.

Buschkowsky war von 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Neukölln. Mit der Aussage „Multikulti ist gescheitert“ wurde er über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zuletzt sorgte er mit einem Gastbeitrag zu den Silvester-Krawallen in der „BZ“ für Schlagzeilen. Darin kritisierte er vor allem dem Umgang der Regierenden Bürgermeisterin mit der Silvesternacht und wetterte auch gegen Migranten. Unter anderem schrieb er: „Die Täter sind meist junge Männer. Perspektiv- und gehirnlos.“