Berlin-Lichtenberg

Kettensägen-Attacke: Tatverdächtiger kommt in Psychiatrie

| Lesedauer: 6 Minuten
Nach dem gewaltsamen Tod einer 52-Jährigen in Berlin-Lichtenberg ist der mutmaßliche Täter in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Er soll sein Opfer mit einer Kettensäge getötet haben.

Nach dem gewaltsamen Tod einer 52-Jährigen in Berlin-Lichtenberg ist der mutmaßliche Täter in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Er soll sein Opfer mit einer Kettensäge getötet haben.

Foto: dpa

Eine Frau ist in Berlin-Lichtenberg getötet worden, ein Polizist wurde schwer verletzt. Der Tatverdächtige wird nun eingewiesen.

  • In Berlin-Lichtenberg hat ein 34-Jähriger eine Frau angegriffen. Die 52-Jährige starb. Die tödlich Attacke erfolgte offenbar mit einer Kettensäge.
  • Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Nun wurde seine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet.
  • Bei dem Angriff in einer Wohnung in einem Plattenbau an der Paul-Zobel-Straße wurde auch ein Polizist außer Dienst schwer verletzt.

Berlin. Eine 52 Jahre alte Frau ist am Freitagmorgen in Lichtenberg tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Eine Mordkommission der Berliner Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt.

Der 34 Jahre alte Tatverdächtige soll nach Angaben einer Sprecherin der Polizei am Sonnabend einem Haftrichter vorgeführt werden. Angeordnet wurde ein Unterbringungsbeschluss in einer Psychiatrischen Klinik.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll der 34-jährige Mann in der Nacht zu Freitag die Frau und einen ebenfalls 52 Jahre alten Mann in einem Plattenbau an der Paul-Zobel-Straße angegriffen haben - offenbar mit einer Kettensäge und weiterem Werkzeug. Die 52-Jährige erlag ihren Verletzungen noch vor Ort.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Nachbarn des Todesopfers handeln. Tatort ist laut Polizeisprecher die Wohnung der Frau und Teile des Hausflurs. Direkte Nachbarn mussten dem Sprecher zufolge am Morgen in ihren Wohnungen bleiben, da im Flur Spuren gesichert wurden

Nach Auskunft der Polizei wird der offenbar mit einer Kettensäge schwer verletzte 52 Jahre alte Mann noch immer intensivmedizinisch im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn behandelt. Der 52-Jährige wurde mehrere Stunden im UKB operiert. Er habe schwerste Verletzungen im Gesicht, etwa Jochbeinbrüche, sagte die Sprecherin des Unfallkrankenhauses, Angela Kijewski, auf Nachfrage. Auch an Hand und Arm sei er verletzt. Er wurde von einem großen chirurgischen Team betreut.

Bei dem Mann handelt es sich der Sprecherin zufolge um einen Polizisten, der privat am Tatort war. Er sei dazwischen gegangen, als es zu einem Angriff kam. Die Polizei äußerte sich bisher nicht weiter zu dem Mann.

Lichtenberg: Polizei findet Kettensäge am Tatort

Am Tatort stellten die Einsatzkräfte laut dem Sprecher eine Kettensäge und weitere Werkzeuge sicher. Bilder vom Morgen zeigen, wie Rettungskräfte blutüberströmte Personen aus dem Haus transportieren.

Der 34 Jahre alte Tatverdächtige wurde kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen. Wegen einer Fußverletzung wurde er ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt.

Gegen ihn werde wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts und eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt, wie der Sprecher mitteilte.

Lichtenberg: Ermittler finden brennbare Flüssigkeit am Tatort

Bei dem Tatort handelt es sich um eine Wohnung in einem zehnstöckigen Plattenbau. Die Ermittler fanden am Tatort Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit vor. Laut Morgenpost-Informationen soll es auch gebrannt haben.

Bei Twitter schrieb die Polizei: "Tatortarbeit & Spurensicherung laufen. Außerdem wurden die Entschärfer des LKA alarmiert, da in der Wohnung ein verdächtiger Gegenstand und brennbare Flüssigkeiten festgestellt wurden."

Später hieß es von der Polizei, es habe der Verdacht bestanden, dass es sich um eine „unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung“ gehandelt habe. Dieser Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, es habe sich letztlich um einen harmlosen Gegenstand gehandelt.

Anwohner durften das Haus am Morgen nicht verlassen. Polizisten sperrten den Tatort weiträumig ab. Der Vorfall ereignete sich in einer Gegend mit vielen Hochhäusern.

Bluttat in Lichtenberg - Nachbar: „Es ist sehr, sehr schlimm, was hier passiert ist“

Bei den übrigen Bewohnern des Hauses sitzt der Schock über die Bluttat tief. Ein Nachbar der Getöteten, der im Stockwerk über ihr wohnt, kann nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte. „Sie war sehr nett“, sagt er der Berliner Morgenpost. „Es ist sehr, sehr schlimm, was hier passiert ist.“

Christian S., der auf der vierten Etage im Nachbarhaus wohnt, steht mit ein paar Nachbarn vor dem Absperrband. Er ist schockiert über die Tat, hat davon allerdings erst morgens aus den Nachrichten erfahren.

„Eigentlich ist das eine ruhige Gegend hier, auch wenn es eine Plattenbausiedlung ist. Wir kommen gut miteinander aus.“ Die Getötete kannten S. und die Nachbarn nicht. Das Leben in den zehnstöckigen Gebäuden sei eher anonym.

Hans-Dieter Völlskow wohnt in dem Haus in der siebten Etage und kannte die Frau. „Das war ein ganz ruhiges Mädel. Die hat seit rund 25 Jahren hier gewohnt.“ Über die Tat zeigt er sich schockiert: „Was sind das denn für Menschen, die andere Leute umbringen?“

Vom Mord habe er in der Nacht zwar nichts mitbekommen, allerdings gestern Morgen und heute Früh im Flur auf seiner Etage und in seiner Wohnung einen Chemiegeruch wahrgenommen. „Es könnte vielleicht Benzin dabei gewesen sein.“

Weitere Stimmen von Nachbarn zum mutmaßlichen Kettensägen-Mord in Lichtenberg lesen Sie hier.

Lichtenberg: Schwere Gewalttaten erschüttern Berliner Bezirk

Erst am vergangenen Montag war es in Lichtenberg zu einer Gewalttat gekommen. Vor der "Elite Bar" an der Frankfurter Allee Ecke Alfredstraße waren zwei Gruppen gewaltsam aufeinander losgegangen. Dabei erlitt ein 33-Jähriger mehrere lebensgefährliche Schussverletzungen sowie Stichverletzungen durch ein Schwert im Bauch und Genitalbereich. Der Mann brach nach der Attacke blutüberströmt zusammen.

Im September 2022 hatte ein Mann in einer Wohnung an der Löwenberger Straße eine 27-Jährige mit einer Axt getötet. Die Polizei erschoss den Mann.

( bee/aro/ag/dpa )