Apothekerverband

Medikamenten-Engpass: Bürokratie erschwert Arbeit

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Fiebersäfte für Kinder, links mit dem Wirkstoff Paracetamol, rechts mit dem Wirkstoff Ibuprofen.

Fiebersäfte für Kinder, links mit dem Wirkstoff Paracetamol, rechts mit dem Wirkstoff Ibuprofen.

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Das Kind hustet, doch in der Apotheke gibt es keinen Hustensaft. Medikamentenengpässe verunsichern zurzeit viele Eltern. Nach Angaben der Präsidentin des Apothekerverbands ist daran auch die Bürokratie Schuld. Was bedeutet das für Weihnachten?

Berlin. Angesichts der Engpässe von bestimmten Medikamenten klagt die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) über unnötige Bürokratie. „Ein individuell hergestellter Fiebersaft in der Apotheke kostet natürlich mehr und die Krankenkassen erstatten das nicht, wenn es nicht auf dem Rezept verordnet steht. Der Arzt kann aber nicht wissen, dass es in der Apotheke keinen Fiebersaft geben wird“, sagte Gabriele Overwiening der Deutschen Presse-Agentur. So entstehe nur wegen der Krankenkassen eine völlig unnötige Bürokratie.

Es wäre ihrer Ansicht nach sinnvoll, dass Apotheken entscheiden könnten, wann sie das Mittel selbst herstellen. Ein weiteres Problem sei der zeitliche Mehraufwand, sagte Overwiening. Denn: „Wir dürfen das auch nicht im Voraus herstellen.“

Zuletzt gab es Lieferschwierigkeiten bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften. Auch Mittel für Erwachsene sind betroffen, etwa Krebsmedikamente und Antibiotika, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erläutert hatte. Das Ministerium weist darauf hin, dass nicht alle Lieferengpässe auch Versorgungsengpässe bedeuten. Für Apotheken bringen die Engpässe mehr Aufwand, etwa um Alternativen für nicht lieferbare Präparate zu finden.

„Die Apotheken sind sehr belastet und oft am Ende ihrer Kräfte. Die Apothekerinnen und Apotheker bekommen die ganze Enttäuschung der Menschen ab“, sagte Overwiening. „Die Probleme entstehen vorher und das muss dann in der Apotheke ausgebadet werden.“

Doch was sollen Eltern mit einem kranken Kind tun, wenn der Husten- oder Fiebersaft knapp ist? „Ich rate den Eltern: Gehen Sie mit ein bisschen Zeit und Geduld in die Apotheke“, sagte die ABDA-Präsidentin. „Das Team der Apotheke wird mit ihnen nach einer Lösung suchen.“ Der Rat der Apothekerinnen und Apotheker sei wichtig, denn dabei müssten viele Faktoren beachtete werden - etwa das Alter der Kinder oder ob sie schon gut Tabletten schlucken können.

Wichtig sei ihr vor allem, dass Eltern nicht panisch werden und Medikamente hamstern. „Diejenigen, die hamstern, machen das ja meistens, wenn sie gesund sind“, sagte Overwiening. „Dann fehlt denen, die gerade krank sind, das Arzneimittel. Das ist ein Teufelskreis.“

Auch mit Blick auf die Weihnachtstage will die Präsidentin die Menschen beruhigen. „Die Apotheken wissen heute schon, wer Notdienst hat“, sagte sie. Diese Apotheken würden sich ausrüsten und dann auch mehr vorrätig haben. „Da bin ich sicher, dass meine Kollegen in den Apotheken für eine sichere Versorgung sorgen werden.“

( © dpa-infocom, dpa:221218-99-942405/3 (dpa) )