Nach Krisengespräch

Medizinstudierende sollen in Kinderkliniken aushelfen

Joachim Fahrun
Volles Haus: Beim Kinderarzt Christian Kebelmann-Betzing geben sich die kleinen Patienten die Klinke in die Hand.

Volles Haus: Beim Kinderarzt Christian Kebelmann-Betzing geben sich die kleinen Patienten die Klinke in die Hand.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Mit Sofortmaßnahmen soll Berlins überlasteten Kinderärzten und -kliniken geholfen werden. U.a. sollen Medizinstudierende aushelfen.

Berlin.  Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hat sich mit Vertretern von Kliniken, Kassenärzten, und Ärztekammern sowie Gesundheitsexperten in einem Krisengespräch auf schnelle Entlastungsschritte für niedergelassene Kinderärzte und die von Personalmangel geplagten Kinderkliniken verständigt. Kranke Kinder brauchen demnach keine Krankschreibungen mehr, um ein Fehlen in der Schule zu begründen. Auf diese Weise würden in den Arztpraxen erhebliche Kapazitäten für die Behandlung der Kinder frei, hieß es in einer Mitteilung der Gesundheitsverwaltung am Donnerstag.

Zudem werden Medizinstudierende aufgerufen, sich bei Krankenhäusern zu melden und dort in gemischten Teams mit ausgebildeten Pflegekräften insbesondere in den Rettungsstellen der Kinderkliniken auszuhelfen. „Angesichtes des hohen Krankenstandes beim Personal benötigen diese jede helfende Hand“, heißt es in in der Mitteilung.

Budgets für Kinderarztpraxen werden freigegeben, damit sie nicht pleite machen

Zudem sollen die jeweiligen Krankenhäuser „sofort“ zusätzliches kinderärztliches Personal in Notaufnahmen in eigener Verantwortung einstellen. Die bestehende Koordinierungsstelle in der Charité, die die schwere Fälle in der Region auf noch freie Krankenhaus-Intensivbetten verteilt, soll ausgebaut werden. Zudem sollen die festgelegten Budgets für niedergelassene Kinderärzte aufgehoben werden, damit Praxen auch am Ende des Jahres noch wirtschaftlich arbeiten können und nicht schließen müssen.

Die Lage sei „jetzt sehr viel schwieriger als in vergangenen Wintern“, sagte Gote: „Wir müssen jetzt durch diesen Winter kommen und alles tun, damit unsere Kinder weiter bestmöglich versorgt werden.“ Es sei aber auch wichtig, neben akuten Lösungen, mittel- und langfristig die strukturellen Probleme weiter aus dem Weg zu räumen. Diese lägen aber in der Verantwortung des Bundes.