Europol hat zugeschlagen

"Polnischer Al Capone" in Berlin festgenommen

Blick auf das Europol-Hauptquartier in Den Haag

Blick auf das Europol-Hauptquartier in Den Haag

Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Im November hatte Europol gegen Drogenhändler zugeschlagen: 44 Festnahmen in Europa. In Berlin war ein prominenter Name darunter.

Berlin. Bereits im November hat Europol mit der Ermittlungsgruppe "Krone" gegen ein kriminelles Drogenhändler-Netzwerk zugeschlagen: 94 Durchsuchungen in ganz Europa sowie 44 Festnahmen gab es: in Tschechien, Frankreich, der Slowakei, Lettland, Polen, Norwegen, Spanien, den USA und eben auch in Deutschland.

Wie jetzt "Tagesschau.de" exklusiv berichtet, ist dem Berliner Landeskriminalamt (LKA) dabei ein kleiner Coup gelungen. Denn die Beamten schafften es, eine seit 30 Jahren bekannte Unterweltgröße festzunehmen: Ricardo R. Sein früherer Spitzname: der "polnische Al Capone".

Polnischer Al Capone: In Katowice geboren, in New York verurteilt

Ricardo R., 1956 im polnischen Katowice geboren, war bereits in den 1990er-Jahren in den Fokus von europäischen und US-amerikanischen Drogenfahndern geraten. Der Verdacht der Ermittler: R. sei der Kopf eines internationalen Netzwerks von Rauschgift- und Zigarettenschmugglern.

"Tagesschau.de" schreibt, dass bei der aktuellen Festnahme von Ricardo R. auch 4,5 Kilogramm Rauschgift sichergestellt worden seien. Beamte des Referats 412, die auf die Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität spezialisiert sind (REOK), sollen R. festgenommen haben.

Lesen Sie auch: 44 Festnahmen bei Einsatz gegen Verbrechernetzwerk

30 Millionen Dollar Strafe, Grundstücke beschlagnahmt

Bereits 2008 stand der Mafioso in New York vor Gericht, musste wegen Rauschgifthandels, Geldwäsche und illegalen Waffenbesitzes zehn Jahre ins Gefängnis und 30 Millionen Dollar Geldstrafe zahlen. Die US-Behörden beschlagnahmten damals auch Besitztümer von R.: Grundstücke in der Ukraine und in Russland, aber auch eine Villa in Nizza.

Laut "Tagesschau.de" haben sich die Anwälte von Ricardo R. zur neuerlichen Festnahme nicht geäußert.

( dw )