Demos in Berlin

Tausende gehen in Berlin gegen den Terror auf die Straße

Demonstration für afghanische Minderheit der Hazara. „Stoppt den Völkermord an den Hazara“ mahnt dieser Teilnehmer der Aktion am Kanzleramt.

Demonstration für afghanische Minderheit der Hazara. „Stoppt den Völkermord an den Hazara“ mahnt dieser Teilnehmer der Aktion am Kanzleramt.

Foto: Patrick Goldstein

Bei Demonstrationen in Berlin haben am Samstag Tausende Teilnehmer die Gewalt in Iran und Afghanistan angeprangert.

Berlin.  Trotz Minusgraden in Berlin trugen Demonstranten am Sonnabend ihre Empörung über Gewalt in Iran und Afghanistan auf die Straßen. Für Demonstrationen in Tiergarten waren insgesamt 3000 Teilnehmer angemeldet.

Gegen 13.30 Uhr startete im Regierungsviertel ein Aufzug unter dem Motto „Gegen Terror in Afghanistan und Völkermord an der Minderheit Hazara“. Die Wegstrecke war von der Willy-Brandt-Straße am Bundeskanzleramt über Wilhelmstraße, Unter den Linden zum Schlossplatz angemeldet. Die Veranstalter erwarteten 1000 Teilnehmer.

Brutale Niederschlagung der Bürgerproteste im Iran

Etwa zeitgleich startete ein Protestmarsch, der sich gegen die brutale Niederschlagung der Bürgerproteste im Iran wandte. Teilnehmer des „Laufs für Freiheit. Frauen, Leben, Freiheit“, kamen an der Siegessäule zusammen. Endpunkt ihres Umzugs sollte die Ecke Ebertstraße/Straße des 17. Juni sein.

Die Teilnehmer der Protestaktion am Kanzleramt kamen aus der ganzen Republik. Einer von ihnen war der 73-jährige Mohammed Ibrahim Soltani. Wie er waren rund 360 Afghanen, die in Bayern leben, an diesem Tag in die Hauptstadt gefahren. Die ethnische Minderheit der Hazara wird in Afghanistan unterdrückt. Amnesty International spricht von „systematischem Vorgehen“ der Taliban gegen Angehörige und gezielten Mordtaten.

Hazara in Afghanistan: „Nahezu unbekannt.“

Soltani, der seit 41 Jahren in Deutschland lebt und politisches Asyl genießt, sagte am Sonnabend man sei zum Kanzleramt gekommen, um die Aufmerksamkeit der Bundesregierung auf das Schicksal der Hazara zu lenken. „Unser Volk ist auf der ganzen Welt nahezu unbekannt“, so der ehemalige Zeitungsdrucker, der in der Nähe von Augsburg wohnt.

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