Nahverkehr in Berlin

Viele Lokführer sind krank: S-Bahn Berlin reduziert Fahrten

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Das sind Deutschlands schlechteste Bahnhöfe

Das sind Deutschlands schlechteste Bahnhöfe

Zwei deutsche Bahnhöfe schaffen es in die Top 10 der schlechtesten europäischen Bahnhöfe. Beide sind in Berlin.

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Der Berliner S-Bahn geht das Personal aus. Deswegen muss das Fahrtenangebot reduziert werden. Diese Linien sind betroffen.

Berlin. Fahrgäste der S-Bahn Berlin müssen sich für längere Zeit auf Einschränkungen einstellen. Grund ist ein "erhöhter Krankenstand bei den Triebfahrzeugführern/Triebfahrzeugführerinnen", wie das Unternehmen mitteilte. Deswegen müsse das Fahrtenangebot reduziert werden. Betroffen sind die Linien S1, S3 und S5. Am Wochenende gab es auch bei der S26 und S85 sowie S41 und S42 Probleme.

S-Bahn Berlin: Linien S1, S3 und S5 – weniger Züge

Auf den Linien verkehren in der Zeit von Montag, den 5. Dezember 2022 bis Mittwoch, den 21. Dezember 2022 weniger Bahnen.

Auf den Linien S1, S3 und S5 entfallen die zusätzlichen Verstärkerfahrten, die nur montags bis freitags während der Hauptverkehrszeiten verkehren und den 10-Minuten-Takt weiter verdichten.

Dies betrifft folgende Züge:

  • S1: Zehlendorf <> Potsdamer Platz
  • S3 Express: Friedrichshagen <> Ostbahnhof
  • S5: Mahlsdorf <> Ostbahnhof

Im Spätberufsverkehr entfallen am Montag auf der Linie S26. Zwischen Teltow Stadt und Potsdamer Platz sollen die Züge der Linie S25 genutzt werden.

Bereits am Sonntag waren alle Fahrten der Linien S26 und S85 gestrichen worden. S-Bahn-Fahrgäste mussten stattdessen für die Linie S26 zwischen Teltow Stadt und Potsdamer Platz die S25 benutzen. Für die S85 gab die S-Bahn die Empfehlung, zwischen Grünau und Ostkreuz auf die Züge der Linie S8 auszuweichen. Auch auf der Ringbahn fuhren nicht alle Züge wie geplant. Dort waren die Züge der S41 und S42 ganztägig im 10-Minuten-Takt unterwegs, die sonst üblichen zusätzlichen Fahrten fielen aus.

Bereits im vergangenen Dezember musste die S-Bahn wegen vieler kranker Zugführer den Fahrplan kürzen. Auf mehreren Linien mussten Verstärkerfahrten im Berufsverkehr gestrichen werden, am Wochenende fielen manche Linien komplett aus.

Probleme auch bei der BVG

Probleme mit erhöhtem Krankenstand gibt es auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Die BVG kündigte bereits Ende August an, aufgrund von Personalengpässen auf zahlreichen Buslinien weniger Fahrzeuge einzusetzen. Schon im Januar 2022 waren zehn Buslinien von den Fahrplan-Kürzungen betroffen. Auf Abschnitten, wo mehrere Linien parallel fahren, wurden Takte ausgedünnt. Mit den Änderungen war die Gesamtleistung im Busbereich an Werktagen um 3,2 Prozent reduziert. Die U-Bahn, die Straßenbahn und die Fähren waren bislang nicht betroffen.

FDP: "Dass im Winter die Krankenstände steigen, war absehbar"

Der verkehrspolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Felix Reifschneider, sieht das kritisch: „Die Einschränkungen im S-Bahnverkehr treffen die Berlinerinnen und Berliner in einer Zeit, in der sie am meisten auf einen verlässlichen ÖPNV angewiesen sind“, teilte er am Sonntag mit.

„Dass im Winter die Krankenstände steigen, war absehbar. Umso unverständlicher ist, dass die S-Bahn ihren Fahrplan ausdünnt und die BVG immer noch nicht angeben kann, wann sie zum Normalbetrieb zurückkehrt.“ Wer die Verkehrswende politisch wolle, müsse für einen verlässlichen ÖPNV sorgen. (mit dpa)

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( JP )